Doppelter Wechsel im Herzogenburger Stiftsarchiv

Gleich zwei neue Gesichter präsentierte Propst Petrus für das Stiftsarchiv des Augustiner-Chorherrenstiftes Herzogenburg in Niederösterreich. Mag. H. Quirinus C. Greiwe Can.Reg. hat das Offizium des Stiftsarchivars übernommen und damit die Nachfolge von H. Ulrich Mauterer Can. Reg. angetreten. Beinahe zeitgleich verabschiedete sich Dr. Helga Penz als Mitarbeiterin. Ihre Position hat inzwischen Mag. Susanne Barabas aus Wien übernommen.

„Der doppelte Wechsel zur gleichen Zeit ist natürlich nicht ganz glücklich, da zwei Neue sich erst einarbeiten müssen“, bewertet H. Quirinus die neue Situation im Stiftsarchiv. „Umso erfreulicher ist es, dass Frau Dr. Penz ihre Hilfe weiterhin angeboten hat, auf die wir sehr gerne zurückgreifen werden“, fügte der neue Stiftsarchivar hinzu. Außerdem sei auch H. Ulrich „ja nicht aus der Welt“.

Geboren wurde der neue Archivleiter in Neuss am Rhein in der Erzdiözese Köln. Nach dem Studium der Geschichte und der Rechtswissenschaften in Köln absolvierte H. Quirinus ein Volontariat bei der Rheinischen Post in Düsseldorf. Anschließend arbeitete er als Büroleiter eines Bundestagsabgeordneten beim Deutschen Bundestag. Im Jahre 2006 wurde er als Augustiner-Chorherr eingekleidet und schloss sein Theologiestudium 2015 in Wien ab. Ein Jahr später empfing er die Priesterweihe und ist seither als Stiftskaplan in Herzogenburg tätig.
H. Quirinus kann in seiner neuen Tätigkeit auf die Expertise seiner Mitarbeiterin Susanne Barabas zählen. Die gebürtige Wienerin ist studierte Kunsthistorikern sowie Archivarin. Beide Studiengänge hat sie an der Universität ihrer Heimatstadt Wien absolviert. Die ebenso gelernte Restauratorin hat anschließend bei einigen Projekten wissenschaftlich mitgearbeitet, beispielsweise im Naturhistorischen Museum Wien oder an der Universität Eichstätt-Ingolstadt in Bayern.

„Wir übernehmen ein gut sortiertes Haus“, sind sich die beiden Neuen sicher. „Helga Penz hat das Stiftsarchiv auf die Höhe der Zeit gebracht, daran können wir anknüpfen“, berichtet Susanne Barabas. Der Urkundenschatz des Stiftes Herzogenburg reicht zurück bis zur Gründungsurkunde aus dem Jahr 1112. Zum Stiftsarchiv gehören Unterlagen über das Haus und den Konvent, über die Stiftspfarren und Bauaufgaben des Klosters, das Kanzleiarchiv der ehemaligen Grundherrschaft sowie Akten aus Verwaltung und Wirtschaft. Im 19. Jahrhundert wurde das Stiftsarchiv wesentlich erweitert, denn es wurden ihm die Archive der aufgehobenen Chorherrenstifte Dürnstein und St. Andrä einverleibt. Im Dürnsteiner Archiv ist auch das Archiv des ehemaligen Klarissenklosters in Dürnstein überliefert.

[irene kubiska-scharl]