Kultur & Dokumentation

Grundkurs Kirchenpädagogik

Von September 2019 bis Mai 2020 findet in St. Pölten und Eggenburg ein Grundkurs zum Thema Kirchenpädagogik statt. In 5 Wochenend-Modulen werden den TeilnehmerInnen u.a. verschiedene Methoden gezeigt, wie eine Beziehung zwischen Besucher und Kirchenraum aufgebaut und vertieft werden kann. Die Leitung des Kurses erfolgt durch Christian Jordan (Religionspädagoge und Kunsthistoriker) für das Katholische Bildungswerk St. Pölten. Mitveranstalter sind das Bildungshaus St. Hippolyt in St. Pölten und das Katholische Bildungswerk der Erzdiözese Wien.

Christian Jordan ist auch Mitarbeiter im Leitungsteam der Arbeitsgemeinschaft Kirchenpädagogik der Ordensgemeinschaften Österreich. Einmal im Jahr wird eine Kirchenpädagogik-Tagung veranstaltet. Im Jahr 2020 wird diese von 24.-25. April in Horn stattfinden.

Weitere Mitglieder des Leitungsteams sind: Elisabeth Glatzenberger (Stift Dürnstein,Tourismus), Karin Mayer (Ordensgemeinschaften Österreich, Bereichsleiterin Kultur und Dokumentation), Josef Prikosovits (Vereinigung von Ordensschulen Österreichs, Bereichsleiter Schulpastoral), Sr. Ruth Pucher MC (Kardinal-König-Haus, Bereichsleiterin Ordensentwicklung; Leiterin der Arbeitsgemeinschaft Kirchenpädagogik), Theresa Stampler (Caritas der Erzdiözese Wien, Teamleiterin Seelsorge und Spiritualität; Fremdenführerin).

[km]

Näharbeiten am Pergament gesucht

Näharbeiten am Pergament mittelalterlicher Handschriften sind wahrscheinlich so alt wie die Herstellung dieses tierischen Beschreibmaterials selbst. Im Zuge des Produktionsprozesses wurden Löcher und Risse in der Tierhaut, die am Spannrahmen oder schon davor entstanden, durch zum Teil grobes Vernähen der schadhaften Stellen geschlossen. Die kunstvolle Ausführung dieser Näharbeiten und Stickereien mit farbigen Seidenfäden scheint sich jedoch erst im Hochmittelalter weiter verbreitet zu haben.
Bibliothekskataloge erwähnen das Phänomen, wenn überhaupt, nur am Rande und lassen keine sicheren Aussagen über das Vorkommen zu. Die Abteilung für Sondersammlungen der Universitätsbibliothek Graz (UBG) besitzt Handschriften aus dem Chorherren- und Chorfrauenstift Seckau, die von diesem Phänomen betroffen sind und die einen Zusammenhang mit den geistlichen Reformströmungen des Hochmittelalters vermuten lassen.
Die Universität Graz plant diesem Phänomen in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaft in den kommenden Jahren vermehrte Aufmerksamkeit zu widmen und für das Thema, das möglicherweise als Mosaikstein in der Frage der Provenienzforschung mittelalterlicher Bibliotheksbestände in Frage kommt, zu sensibilisieren.


Für Hinweise auf Sammlungen, in denen sich solche Näharbeiten befinden, wären wir sehr verbunden.
Kontakt: Dr. Thomas Csanády (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

[km]

Kunstschätze gehen online

Die Kunstsammlungen des Augustiner-Chorherrenstiftes Klosterneuburg sind nun auch im Internet zu besichtigen. Im Dezember 2018 wurde mit einem innovativen Projekt gestartet, die Kunstobjekte sowohl der Forschung wie auch der interessierten Öffentlichkeit online zur Verfügung stellen. Es sind bereits über 500 Werke aus neun Sammlungsbereichen im Netz zu erkunden, diese sind: Gotische Skulptur, Gotische Tafelbilder, Renaissance, Barock, Klosterneuburg im Bild, Kunst des 19. Jh., Sammlung Sammer (Kunstsammlung des Wiener Theologen Alfred Sammer 1942–2010) und die Galerie der Moderne.


Die Anfänge des Stiftsmuseums gehen bereits auf Propst Ambros Lorenz (regierend 1772–1781) zurück, der die Einrichtung und Katalogisierung einer „Kunst- und Raritätenkammer“ in die Wege leitete. Nun folgt diese dem Beispiel zahlreicher öffentlicher Museen, die mit ihren Sammlungskatalogen im Internet präsent sind und sich damit neuen Möglichkeiten der Vermittlung öffnen. Die Anzahl der Objekte in der Online-Galerie wird auch weiterhin wachsen.


Auch die Graphische Sammlung des Stiftes Göttweig ist zum Teil im Internet zu erforschen, deren Online-Präsenz durch ein Projekt der Donauuniversität Krems (2002 bis 2010) entstanden ist.

[km]

Ein neuer Fund in den Sammlungen des Stifts Göttweig: Abt Gottfried Bessel und seine Briefe über die „Würzburger Lügensteine“

In der jüngsten Ausgabe des „Göttweiger“ (Nr. 1/2019) berichtet Mag. Bernhard Rameder, Kustos der Stiftssammlungen in Göttweig, von einem interessanten Fund: Mag. Rameder und sein Team haben im Briefnachlass des Abtes Gottfried Bessel (reg. 1714–1749) einige bemerkenswerte Briefe gefunden, die belegen, dass einer der bedeutendsten naturwissenschaftlichen Fälschungsskandale des 18. Jahrhunderts sogar in Göttweig Spuren hinterlassen hat. Mag. Rameder hat uns seinen Text dankenswerter Weise für unsere Website zur Verfügung gestellt.

1725 versteckte ein bis heute Unbekannter in einem Weinberg wenige Kilometer außerhalb von Würzburg eine große Menge an Steinen, die von Bildhauern so präpariert wurden, dass sie gewisse Ähnlichkeiten mit fossilen Versteinerungen von kleineren Tieren und Pflanzen hatten - aus heutiger Sicht jedenfalls relativ plumpe Imitationen von Fossilien. Im Sommer des Jahres 1725 wurde der angesehene Würzburger Arzt und Universitätsprofessor Dr. Beringer (1670-1738) auf diese seltsamen Steine hingewiesen. Er veranlasste, dass alle – wohl kurze Zeit zuvor versteckten – „Figurensteine“ wieder ausgegraben wurden. Von diesen präparierten Steinen haben sich über 600 Stück bis heute erhalten. In Würzburg verursachte der vermeintlich sensationelle Fund jedenfalls großes Aufsehen. Viel zu spät wurde offensichtlich, dass sich um eine gezielte Täuschung handelte, mit der Dr. Beringer hinters Licht geführt werden sollte. Es entfachte sich ein Gelehrtenstreit mit zwei Kollegen Beringers an der Würzburger Universität, die immer wieder verdächtigt wurden, die Fälschung erdacht zu haben.

In Göttweig war zur gleichen Zeit Abt Gottfried Bessel auf der Suche nach kuriosen Objekten für sein Kunst- und Naturalienkabinet. Als eifriger Leser der „Neuen Zeitungen von gelehrten Sachen“, einer wissenschaftlichen Zeitschrift, fiel ihm rasch die Ankündigung des Fundes von höchst seltsamen Steinen in Würzburg ins Auge.

Abb. 1: Einer der nach Göttweig übersandten Briefe, (c) Rameder; Abb. 2: Portrait des Abtes Gottfried Bessel (reg. 1714-49), (c) Stift Göttweig, Edgar Knaack; Abb. 3: Echtes Fossil aus der ehemaligen Kunst- und Wunderkammer (c) Rameder

Sogleich beauftragte er seinen dortigen Handelsagenten Georg Joseph Bockleth, sich um die Beschaffung solcher Steine für die Göttweiger Sammlungen zu kümmern. Fünf neu entdeckte und bis dato unbekannte Briefe zwischen Bessel und Bockleth (geschrieben von April bis Juli 1726, sowie ein Brief im Jänner 1728) geben uns nun Aufschluss darüber, welche Informationen und Gerüchte um die heute sogenannten „Würzburger Lügensteine“ nach Göttweig gelangten. Der Göttweiger Abt zeigt sich in den Briefen interessiert, aber auch sehr kritisch und bat seinen Agenten, selbst in den Weinbergen nach solchen Steinen zu suchen. Sicher lässt sich sagen, dass sieben Stück dieser Steine sowie neun lose Kupferstichdarstellungen davon nach Göttweig geschickt wurden, die leider heute verschollen sind.

Text: B. Rameder
Redaktion: iks

Abb. 4: In der Stiftsbibliothek findet sich eine große Zahl an Sekundärliteratur des 17. und 18. Jahrhunderts zur Fossilienkunde, (c) Rameder; Abb. 5: Einblick in die Kunst- und Wunderkammer des Stiftes, Kupferstich 1744, (c) Stift Göttweig

Österreichischer Archivtag: 23. und 24. Oktober 2019 in Salzburg

Am 23. und 24. Oktober 2019 findet der 40. Österreichischen Archivtag des Verband Österreichischer Archivarinnen und Archivare statt. Er wird vom VÖA gemeinsam mit dem Salzburger Landesarchiv, dem Archiv der Erzdiözese Salzburg und dem Haus der Stadtgeschichte/Stadtarchiv Salzburg veranstaltet.

Im Rahmen des Generalthemas ""Kulturelles Erbe - Überlieferungsstrategien"" werden sich die Vorträge und Workshops unter anderem mit Aspekten der Überlieferungsbildung, des Record Managements und der digitalen Archivierung beschäftigen.

Im Rahmen des Archivtags findet außerdem auch die Fachgruppensitzung der Archive der anerkannten Kirchen und Religionsgemeinschaften (23.10, 15.00 – 16.00, Archiv der Erzdiözese Salzburg) statt. Interessierte sind herzlich eingeladen!

Unterkategorien

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.