Kultur & Dokumentation

Sensationeller Kartenfund aus dem Dominikanerkloster Retz

Im Stadtmuseum Retz wurde eine Karte aus dem Jahr 1534 als erste Darstellung der „Königin Europa“ identifiziert. Die Karte ist ein kolorierter Holzschnitt und stammt ursprünglich aus dem Retzer Dominikanerkloster.
Der Bibliothekar und Archivar des Retzer Klosters, P. Ignaz Lamatsch (1797-1863), hat die Karte zusammen mit anderen Gegenständen im Jahr 1838 dem kurz zuvor gegründeten Stadtmuseum Retz geschenkt. Den europäischen Kontinent figural darzustellen leitet sich aus einer antiken Tradition ab, die in der Renaissance wieder aufgegriffen wurde.
Im 19. Jahrhundert wurden in Österreich zahlreiche heimatkundliche Museen in Kommunen und Ländern gegründet, um die reiche Tradition in der Habsburgermonarchie zu wahren und der vaterländischen Geschichtsforschung zugänglich zu machen. Viele Klöster beteiligten sich an diesen Unternehmungen und klösterliches Kulturerbe gehört in vielen österreichischen Museen und Bibliotheken zu den ältesten und wertvollsten Sammlungsstücken.
Die Karte „Königin Europa“ war im Stadtmuseum Retz schon länger bekannt, doch erst im Zuge der Förderinitiative für die niederösterreichischen Regionalmuseen gelang es, die Einzigartigkeit und den hohen Wert des Stücks festzustellen. „Darum ist es so wichtig, dass wir auch in den kleineren Regionalmuseen mit der Forschung zusammenzuarbeiten“, betont Ulrike Vitovec, Leiterin des Museumsmanagements Niederösterreich, „denn es schlummern noch viele ungehobene Schätze in diesen Sammlungen.“ Gleiches lässt sich wohl auch von manchen klösterlichen Sammlungen sagen.

Weitere interessante Informationen zu diesem Fund finden Sie hier:
http://www.museumretz.at/
https://www.noemuseen.at/
https://kramurium.com/2019/04/01/die-koenigin-europa-in-retz/

Musikarchiv Stift Heiligenkreuz

Im klösterlichen Alltag spielt Musik eine beträchtliche Rolle. Es vergeht kein Tag, an dem wir hier im Kloster nicht mit Musik in Berührung kommen. Besonderes Augenmerk legen und legten die stiftlichen Musiker auf die musikalische Gestaltung der täglich gefeierten heiligen Messe. Gregorianischer Choral wechselt mit Volksgesang und mehrstimmigen Orchestermessen.
Es findet sich im Musikarchiv eine breite Palette an geistlicher und weltlicher Musik. Hauptbestand des Archivmaterials ist handschriftliches und gedrucktes Notenmaterial ab dem beginnenden 18. bis ins 20. Jahrhundert. Besonders hervorzuheben sind Notationen von Komponisten, die durch ihre Zugehörigkeit zum Sängerknabeninstitut des Stiftes Heiligenkreuz (aktiv bis 1983) eine persönliche oder berufliche Bindung an das Stift hatten. Besonders hervorzuheben sind Georg Reutter d.J. (1708-1772), Johann Georg Albrechtsberger (1736-1809), P. Clemens Scheupflug OCist (1731-1805), Johann Ritter von Herbeck (1831-1877), Ambros Rieder (1771-1855) u.a.
Die wissenschaftliche Arbeit im Heiligenkreuzer Musikarchiv beschäftigt sich derzeit hauptsächlich mit der Sichtung und Herausgabe der im Jahr 2013 aufgefundenen Werke aus dem Nachlass von Ferdinand Rebay (1880-1953). Dr. Maria Gelew bereitet sie zur Aufführung und zur Herausgabe vor. Im Bergmann-Verlag wurden schon etwa 150 Werke (hauptsächlich mit Gitarre) veröffentlicht. Nach einer Masterarbeit über Ferdinand Rebay entsteht nun in der Folge eine Dissertation von Fr. Mag. Christiane Hörmann.
In der zweiten Phase des Niederösterreichischen FTI-Projektes „Kloster_Musik_Sammlungen“ durch die Donau-Uni-Krems wird unser Notenbestand dem Forschungsvorgang hinzugefügt. Neben der Erschließung und Digitalisierung der Bestände in einer webbasierten Datenbank soll auch eine historisch-kritische Pilotedition veröffentlicht werden, die es ermöglichen wird, ausgewählte Musikstücke einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen und zur Aufführung zu bringen.


Im Zuge der vielfältigen Aktivitäten im Musikarchiv war die Notwendigkeit gegeben, das Archivmaterial an einem Ort zusammen zu führen. Nun befindet sich das gesamte Musikarchiv in dem dafür adaptierten Raum. Dadurch ist das vorhandene Material übersichtlicher untergebracht und einfacher zugängig. Ergänzt werden die papiernen musikalischen Zeugnisse durch Ton-Wiedergabe-Geräte. Die Präsentation der historischen Geräte reicht vom Grammophon über Radioapparate bis zum CD-Player. Im April 2019 wurde das neu adaptierte Musikarchiv von Heiligenkreuz von Prälat Abt Dr. Maximilian Heim OCist feierlich gesegnet.


Für Forscher ist nun ein moderner Arbeitsplatz (mit Internetanschluss) geschaffen worden. Damit die Musik des Archives zum Klingen gebracht wird, bringen wir seit einigen Jahren Musikwerke von Komponisten, die ihre musikalische Laufbahn als Sängerknaben im Stift Heiligenkreuz begonnen haben, zur Aufführung. Auf diese Weise heben wir auch unbekanntere Musiker hervor, deren Musik es wert ist, gespielt und gehört zu werden.

[P. Roman Nägele OCist]

Neuer Kustos im Stift Admont

Zum neuen Kustos der Paramentik im Benediktinerstift Admont wurde frater Alexander Weiss OSB ernannt.
Abt Mag. Gerhard Hafner OSB hat den jungen Ordensmann die Verantwortung über den bedeutenden Bestand historischer Textilien anvertraut.
frater Alexander Weiss OSB trat 2017 in das Noviziat des Stiftes Admont ein, legte seine zeitliche Profess im Jahr 2018 ab und studiert seither Geschichte und Theologie an der Universität Salzburg. Sein historisches und kunsthistorisches Interesse und Talent haben bereits vor seinem Klostereintritt zur Mitarbeit an diversen Publikationen in seiner Heimat Bayern geführt.

Als Kustos der Paramente sind Alexander Weiss auch die wertvollen Objekte aus der Hand des barocken Stickereikünstlers und Admonter Benediktiners frater Benno Haan anvertraut, die einen einzigartigen Hauptteil des Gesamtbestandes ausmachen. Darüberhinaus liegen künftig die konservatorischen Massnahmen und die Gestaltung der Paramenten-Ausstellungen im Kunsthistorischen Museum des Stiftes Admont in seiner Hand.

frater Alexander Weiss löst in seiner Funktion als Kustos MMag. P. Prior Maximilian Schiefermüller OSB ab, der dieses Amt die letzten 10 Jahre innehatte, und der weiterhin Stiftsbibliothekar und Archivar, sowie Kustos der Alten Kunst des Stiftes bleibt.

Fotos/Benediktinerstift Admont

[km]

"Klosterbefestigungen - Klöster, Stifte und Wehrbau" Tagung von 2.-5. Mai 2019 in Krems

Von 2. bis 5. Mai 2019 findet eine Tagung zum Thema „Klosterbefestigungen – Klöster, Stifte und Wehrbau“ in Krems an der Donau statt. Veranstalter ist die Wartburg-Gesellschaft zur Erforschung von Burgen und Schlössern in Zusammenarbeit mit der Donau-Universität Krems und dem Institut für Realienkunde sowie der Deutschen Gesellschaft für Festungsforschung.

Klöster und Stifte waren nicht nur Orte der Kontemplation, sondern auch Zentren der Herrschaft, oft ausgestattet mit umfangreichem Grundbesitz, einträglichen Rechten und wertvollen Kirchenschätzen und Bibliotheken. Doch wie schützte sich ein Kloster/Stift vor An- und Übergriffen und Plünderungen? Gab es überhaupt Wehranlagen und wenn ja, seit wann? Oder besaßen Klöster bzw. Stifte nur Einfriedungsmauern, die zur Abgrenzung, nicht aber zu aktiven Verteidigung gedacht waren? Wie muss man sich die Verteidigung eines Klosters vorstellen – sowohl baulich als auch waffentechnisch und personell?
Die Tagung widmet sich diesen Fragen und dem Phänomen des verteidigungsfähigen Klosters in Mittelalter und Früher Neuzeit. Es referieren u.a. Bernadette Kaltseis und Nadja Krajicek über das Stift Melk als Befestigungsanlage und Katharina Gölß über die Verteidigung des Klosters Lilienfeld im Türkenjahr 1683 - Mönche als Soldaten?

Gesamte Programmübersicht und Anmeldung:
http://wartburggesellschaft.de/Tagungen.html

 

Neuerscheinungen zum 800 Jahres-Jubiläum des Stifts Schlägl

Das Prämonstratenser-Chorherrenstift Schlägl feiert sein 800-Jahres Jubiläum mit einem neuen Buch zur Stiftsgeschichte und mit einer Musik-CD.

Das Buch haben Dr. Petrus A. Bayer OPraem., Archivar und Bibliothekar im Stift Schlägl und Prof. DDr. Ulrich G. Leinsle OPraem, Präses der Historischen Kommission des Prämonstratenserordens, Stift Schlägl verfasst.

Petrus A. Bayer, Ulrich G. Leinsle (Hg.): Stift Schlägl. Beiträge zur Geschichte und Kultur. Wagner Verlag 2019

Ursprünglich als Zisterzienserkloster gegründet, wurde das Stift Schlägl im 13. Jahrhundert von Prämonstratensern aus Böhmen besiedelt und formte maßgeblich die religiöse, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung im oberen Mühlviertel und im südböhmischen Raum. Obwohl die Zeiten nicht immer günstige Rahmenbedingungen boten, konnten sich die Prämonstratenser behaupten und den ihnen anvertrauten Menschen geistliche Orientierung geben.
Auf ihren Spuren lädt uns der vorliegende Band zu einer Reise durch acht Jahrhunderte Stifts- und Kulturgeschichte des Klosters ein und gibt uns Einblick in das klösterliche Leben, in die Liturgie und in das künstlerische Schaffen im Stift Schlägl.

 

Auf der CD werden musikalische Werke aus dem Prämonstratenser-Chorherrenstift Schlägl präsentiert.

Ewald Donhoffer, Nikita Gasser und Ingemar Melchersson spielen Werke von Christan Erbach, Ruggiero Trofeo, Cesario Gussago u.a. (Orgellandschaft Oberösterreich XXIII)

Die Stiftskirche Schlägl verfügt über eine ganz besondere Orgelanlage. Herzstück ist die fast unverändert erhaltene Orgel von Andreas Putz aus dem Jahr 1634, die 1989 renoviert und soweit wie möglich wieder in den Originalzustand versetzt wurde. Dazu passend erbaute die Orgelmakerij Reil (NL), die mit den Arbeiten an der Hauptorgel betraut wurde, eine Orgel auf der zweiten Musikempore, dem Cantorium. Mit diesem Bau wurde das spielbare Repertoire nicht nur grundlegend erweitert, sondern auch das Spiel auf zwei Orgeln erheblich verbessert, das im Laufe des 20. Jahrhundert zu einer Schlägler Tradition gewachsen ist, die allerdings mit der dritten Orgel, die sich im Chorgestühl des Hochchores befindet, entstand. Diese dritte Orgel wurde 2008 komplett durch die Fa. Kögler erneuert. Das Programm der vorliegenden CD stellt nicht nur einen repräsentativen Querschnitt durch das an der Stiftskirche gepflegte Orgelrepertoire dar, angefangen von Musik aus der Familie des ersten Organisten der Putz-Orgel, Christian Erbach bis zum 2016 verstorbenen Stiftskapellmeister Rupert Frieberger OPræem, sondern umfasst auch die Ersteinspielungen zweier Intraden für Bläser und zwei Orgeln aus dem Archiv des Klosters Einsiedeln.

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