Augustiner-Chorherrenkloster Dürnstein

Pfarramt Dürnstein
A-3601 Dürnstein

GruenderIn/StifterIn: 
Otto von Maissau
Geschichte: 

Das Chorherrenkloster wurde 1410 von Otto von Maissau an der Marienkapelle im ehemaligen Kuenringerhof in der Stadt Dürnstein gegründet. Es war im 15. Jahrhundert Ausgangspunkt der Raudnitzer Reform der Augustiner-Chorherren in Österreich. Das 1414 errichtete Chorherrenkloster St. Dorothea in Wien wurde von Dürnstein aus besiedelt. In der Reformationszeit kam das Ordensleben in dem kleinen Kloster fast völlig zum Erliegen, wurde aber im 17. Jahrhundert wieder revitalisiert. Im 18. Jahrhundert erfolgte die barocke Erneuerung von Kirche und Stiftsgebäude unter Propst Hieronymus Übelbacher. Der blaue Turm der Stiftskirche ist ein markantes Wahrzeichen der Wachau. Unter Kaiser Joseph II. wurde das Kloster 1788 aufgehoben, die Stiftspfarren Dürnstein, Grafenwörth und Engabrunn wurden dem nahegelegenen Augustiner-Chorherrenstift Herzogenburg einverleibt. Die Klosteranlage beherbergt den Pfarrhof, Ausstellungsräume in der ehemaligen Prälatur, die Dürnsteiner Volksschule sowie Privatwohungen.

Literatur: 

Stift Dürnstein. 600 Jahre Kloster und Kultur in der Wachau, hrsg. von Helga Penz und Andreas Zajic  (Schriftenreihe des Waldviertler Heimatbundes 51, Horn-Waidhofen/Thaya 2010).

Helga Penz, Die Kalendernotizen des Hieronymus Übelbacher, Propst von Dürnstein 1710 - 1740. Edition und Kommentare. Unter Mitarb. von Edeltraud Kando und Ines Weissberg. Mit einem Beitr. von Harald Tersch. Hrsg. von Brigitte Merta und Andrea Sommerlechner (Quelleneditionen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung  11, Wien u.a. 2013).

Anmerkungen zum Archiv: 

Das Dürnsteiner Archiv umfasst überwiegend Verwaltungs- und Wirtschaftsunterlagen und nur wenig klosterinterne Aufzeichnungen. Das Archiv befindet sich im Stiftsarchiv Herzogenburg. Findbehelf online auf www.stift-herzogenburg.at

Anmerkungen zur Bibliothek: 

Die Dürnsteiner Bibliothek wurde nach der Aufhebung der Wiener Universitätsbibliothek und der heutigen Nationalbibliothek (Handschriften) übergeben, einige wenige Handschriften befinden sich in der Stiftsbibliothek Herzogenburg.

Anmerkungen zu den Sammlungen: 

Von den Sammlungen und der Ausstattung des Stifts ist nur wenig erhalten, darunter die beiden sog. „Stifterbilder“ aus dem 18. Jahrhundert (im Stift Herzogenburg). Nahezu vollständig ist die Ausstattung des sog. „Kellerschlössls“, eines Lusthauses beim Weinkeller des Stiftes, mit einer umfangreichen Kupferstichsammlung. Das Kellerschlössl befindet sich heute in Besitz der Wachauer Winzer („Domäne Wachau“).

Anmerkungen zur Schatzkammer: 

Von den Vasa sacra das ehemaligen Klosters, die erhalten sich, ist insbesondere die „Dürnsteiner Monstranz“, eine Goldschmiedearbeit des 18. Jahrhudnerts, zu nennen.

Farbbalken