Augustiner-Chorherrenkloster St. Andrä an der Traisen

Röm.-kath. Pfarramt St. Andrä
Marienplatz 3
3130 Herzogenburg

GruenderIn/StifterIn: 
Walter von Traisen
Geschichte: 

Testamentarisch verfügte der niederösterreichische Adelige Walter von Traisen 1148 die Gründung eines Chorherrenklosters an einer Andreaskapelle auf seinem Besitz. Die Idee einer Vereingung der Stiftung mit dem nur unweit entfernt gelegenen Augustiner-Chorherrenstift St. Georgen (ab 1244 Herzogenburg) scheiterte an den Erben der Stifterfamilie und die Klostergründung in St. Andrä wurde vom Bischof von Passau 1160 bestätigt.
Wie in den meisten niederösterreichischen Klöstern kam das Ordensleben während der Reformationszeit zum Erliegen, die Gegenreformation und Wirtschaftsreformen belebten das kleine Kloster im 17. Jahrhundert. Unter Propst Augustinus Erath wurde es im 18. Jahrhundert im barocken Stil erneuert. Unter Kaiser Joseph II. wurde St. Andrä 1783 aufgehoben.
Die Stiftskirche wurde als Pfarrkirche dem Augustiner-Chorherrenstift Herzogenburg einverleibt (St. Andrä ist eine Katastralgemeinde der Stadt Herzogenburg). Ein Brand zerstörte 1853 den barocken Kirchturm, der seitdem eine Notbedachung hat.
Das Klostergebäude wurde zuerst als Kaserne genutzt. 1828 wurde es dem Wiener Stadtmagistrat für die Verwendung als Versorgungsheim übergeben, später stand es als Pflegeheim und dann als Geriatriezentrum in Gebrauch, welches 2015 geschlossen wurde. Eine Nachnutzung als Heim für Asylsuchende scheiterte am Widerstand der Stadt Herzogenburg.
  

Literatur: 

Christine Oppitz/Ise Schütz, St. Andrä an der Traisen, in: Die ehemaligen Stifte der Augustiner-Chorherren in Österreich und Südtirol, hg. von Floridus Röhrig (Klosterneuburg 2005) 399-430.

Anmerkungen zum Archiv: 

Das Stiftsarchiv von St. Andrä, wurde, soweit erhalten, im 19. Jahrhundert in das Stiftsarchiv Herzogenburg übertragen.

Anmerkungen zur Bibliothek: 

Die Bibliothek wurde nach der Aufhebung des Klosters der Universitätsbibliothek Wien und der Hofbibliothek, heute Nationalbibliothek (mittelalterliche Handschriften) übergeben.

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