Augustiner-Chorherrenstift Pöllau

Schloß 1 A
8225 Pöllau

GruenderIn/StifterIn: 
Hans von Neuberg
Geschichte: 

Das Augustiner-Chorherrenkloster wurde von Hans von Neuberg testamentarisch im Jahr 1482 gestiftet und von seinen Erben 1504 am Adelssitz Pöllau errichtet. Besiedelt wurde es von Chorherren des Stiftes Vorau. Das kleine Kloster entwickelte sich an seinem Sitz, den es anfänglich noch mit Graf Christoph von St. Georgen und Pösing, Vollzieher der Stiftung, teilte, langsam - es blieb ein kleiner Konvent, sodass 1617 die Jesuiten den Versuch unternahmen, das Stift Pöllau zu erwerben. Noch im 17. Jahrhunderten erfolgten aufgrund des geringen Personalstands Postulationen der Pröpste. Eine wirtschaftliche Erneuerung ermöglichte um 1700 die ersten barocken Umbauten der mittelalterlichen Anlage. Die Fertigstellung der neuen Kirche durch Baumeister Joachim Carlone und Freskenmaler Matthias von Görz erfolgte 1712. Anfang des 18. Jahrhunderts wurde auch die zu Pöllau gehörige Wallfahrtskirche Maria am Pöllauberg barock ausgebaut.
Das Stift wurde im Jahr 1785 unter Kaiser Josef II. aufgehoben. Die Kirche und ein Teil der Klosteranlage dienen seitdem als Pfarrkirche und Pfarrhof. Das Stiftsgebäude, heute als „Schloss Pöllau“ bezeichnet, blieb im Besitz des Religionsfonds und wurde verpachtet. 1994 fand hier die Steiermärkische Landesausstellung „Wallfahrt - Wege zur Kraft“ statt. Seit 2010 befindet sich hier das Zentrum für Physikgeschichte mit angeschlossenem Ausstellungsbereich. Die Räume werden für Gastronomie, Konzerte und Veranstaltungen verwendet.

Literatur: 
  • Ferdinand Hutz, Pöllau, in: Floridus Röhrig (Hg.), Die ehemaligen Stifte der Augustiner-Chorherren in Österreich und Südtirol (Klosterneuburg 2005), S. 205-236.
  • Johann Köhldorfer, Besitzgeschichte des Augustiner-Chorherrenstiftes Pöllau in der Oststeiermark (Diss., Graz 1984), 2 Bde.
  • Stephan Hiero, Propst Muchitsch von Pöllau - ein Lebensbild in der Zeit der Gegenreformation  (Graz ,
    Graz, Univ., Diss., 1956).
  • Annemarie Mörtl, „Vorrathskammern der Seele“. Bibliotheken im 17. Jahrhundert am Beispiel der Stiftsbibliothek Pöllau (Graz, Univ, Dipl., 2014), Volltext online
  • Ferdinand Hutz, Archiv und Bibliothek des einstigen Chorherrenstiftes Pöllau, in: Blätter für Heimatkunde 78/4 (2004), S. 119 - 123 .
Anmerkungen zum Archiv: 

Das Stiftsarchiv wurde nach der Aufhebung als Altpapier verkauft, nur was für die Gutsverwaltung benötigt wurde, verblieb im Besitz des Pächters, die Reste befinden sich heute im Steiermärkischen Landesarchiv.

Anmerkungen zur Bibliothek: 

Die Stiftsbibliothek wurde nach der Aufhebung zerstreut und ist nicht erhalten. Ein Bücherverzeichnis des 17. Jahrhunderts wurde vor wenigen Jahren als Umschlag eines Pöllauer Matrikenbuchs im Diözesanarchiv Graz-Seckau entdeckt.

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