Benediktinerabtei Lambach

Klosterplatz 1
A-4650 Lambach
Tel: + 43 - (0)7245 - 217 10

GruenderIn/StifterIn: 
Hl. Adalbero, Bischof von Würzburg
Geschichte: 

Das Kloster wurde 1056 von Bischof Adalbero von Würzburg gegründet und gehörte zum Gorzer Reformkreis. Schon früh wurde Lambach zu einem Zentrum der Benediktiner im Gebiet der Babenberger und so besiedelten 1089 Lambacher Mönche die babenbergische Gründung Melk.
In den Bauernkriegen wurden 1626 und 1632 Stift und Markt gebrandschatzt. Abt Plazidus Hieber veranlasste die barocke Erneuerung der Stiftskirche. Er wurde 1678 von einem Konventualen vergiftet. Abt Maximilian Pagl ließ 1714 die Dreifaltigkeitskirche in Stadl-Paura errichten. Im 19. Jahrhundert trat Abt Theoderich Hagn für eine strenge, monastische Reform ein. In der NS-Zeit wurde das Stift in eine NAPOLA umgewandelt und die Patres wurden, bis auf eine notdürftige seelsorgliche Versorgung, vertrieben.

Werke und Pfarren: 
  • Inkorporierte Pfarren: Lambach, Aichkirchen, Neukirchen, Bachmanning, Pennewang und Stadl Paura.
  • Realgymnasium und Handelsakademie Stift Lambach
Publikationen der Ordensgemeinschaft: 
  • Jahresbericht des Realgymnasium und der Handelsakademie Stift Lambach 1.2009-
Literatur: 
  • Im Fluss – am Fluss. 950 Jahre Benediktinerstift Lambach. Jubiläumsausstellung im Stift Lambach, 20. März – 26. Oktober 2006, Katalog, Red. von Klaus Landa (Lambach 2006).
  • 900 Jahre Klosterkirche Lambach. Oberösterreichische Landesausstellung 1989. Historischer Teil. 20. Mai bis 8. Oktober 1989 im Benediktinerstift Lambach, Red. von Helga Litschel (Linz 1989).
  • Roland Anzengruber, Lambach, in: Germania Benedictina, Bd. III/2: Die benediktinischen Mönchs- und Nonnenklöster in Österreich und Südtirol, bearb. v. Ulrich Faust und Waltraud Krassnig (St. Otillien 2001) 253–317.
  • Johann Grossruck, Benediktinerstift Lambach im Dritten Reich 1938-1945. Ein Kloster im Fokus von Hitlermythos und Hakenkreuzlegende (Linz 2011).
  • Stift Lambach in der Frühen Neuzeit. Frömmigkeit, Wissenschaft, Kunst und Verwaltung am Fluss. Tagungsband zum Symposion im November 2009. Hrsg. von Klaus Landa, Christoph Söttinger und Jakob Wührer (Linz 2012).

 

Stiftsarchiv Lambach

Klosterplatz 1
A-4650 Lambach
Kontakt: Abt Maximilian Neulinger OSB und Christoph Stöttinger
E-Mail: stoettinger[at]stift-lambach.at

Das älteste erhaltene Inventar des Stiftsarchivs datiert aus dem Jahr 1560. Die heutige Archivordnung geht auf Georg Grüll zurück, der 1946 das Archiv neu ordnete. Der Aktenbestand gliedert sich in folgende Hauptgruppen, die ihrerseits in Untergruppen gegliedert sind: A. Innere Verwaltung; B. Die Landstände; C. Kirchliche Angelegenheiten; D. Klosterbesitz; E. Pfarren, Filialen, Kapellen, Schulen, Spitäler, Waisen; F. Finanzwesen; G. Gerichtswesen; H. Untertanen; I. Markt Lambach; K. Handel, Gewerbe, Verkehr; L. Salzwesen; M. Polizei; N. Landwirtschaft, Wald, Fischerei; O. Bausachen; P. Militär; Q. Fremde Herrschaften und Familien (darunter Wels, Gmunden, Familien Seeau, Eiselsberg, Starhemberg); R. Verschiedenes; S. Pläne; T. Patente und Gesetzsammlungen; U. Siegelstöcke.
Die ca. 700 Archivhandschriften wurden ebenfalls nach Sachgruppen chronologisch geordnet und gliedern sich folgendermaßen: I. Archivverzeichnisse; II. Kopialbücher; III. Landstände – Prälatenstand; IV. Finanzwesen: a) Urbarien und Dienstbücher; b) Kämmereirechnungen; c) Vermögen; d) Waisenrechnungen; e) Verschiedene Rechnungen und Ausgabenbücher; V. Gerichtswesen; VI. Hausgeschichte: a) Bearbeitungen; b) Nekrologien und Kalendarien; c) Diarien, Tagebücher und Kalender; d) Verschiedenes zur Klostergeschichte; VII. Religiöses Leben in Lambach; VIII. Salzwesen; IX. Weinbau; X. Jagd, Fischerei, Wald und Landwirtschaft; XI. Verschiedenes. Der Urkundenbestand ist eigens geordnet und umfasst 2.822 Stück, die vom Jahr 1056 bis in das Jahr 1899 reichen.
Das Archiv beherbergt auch die Handschriftensammlung (100 Pergamenthandschriften und ca. 700 Papierhandschriften aus dem 11.-17. Jahrhundert), sowie die Gemäldesammlung (150 Gemälde) und die Grafische Sammlung

Findmittel des Archivs: 
  • Maschinschriftlicher Katalog von Georg Grüll (1946)
  • Archivdatenbank vor Ort
  • Urkundendigitalisate auf: www.monasterium.net
Literatur zum Archiv: 
  • Georg Grüll, Geschichte des Lambacher Klosterarchivs, in: Mitteilungen des Oberösterreichischen Landesarchivs 1 (1950), 155–181.
  • Helga Penz, allerhand schreibereien. Lambacher Archivgeschichte im 18. Jahrhundert, in: Stift Lambach in der Frühen Neuzeit. Frömmigkeit, Wissenschaft, Kunst und Verwaltung am Fluss. Tagungsband zum Symposion im November 2009. Hrsg. von Klaus Landa, Christoph Söttinger und Jakob Wührer (Linz 2012), 213–224.
Anmerkungen zum Archiv: 

Öffnungszeiten des Archivs: Montag und Dienstag von 8.00 bis 12.00 und von 13.00 bis 17.00 Uhr. Voranmeldung (per Mail) erbeten.

Stiftsbibliothek Lambach

Klosterplatz 1
A-4650 Lambach
Kontakt: P. Jakob Stoiber OSB
E-Mail: p.jakob[at]stift-lambach.at

Die Stiftsbibliothek Lambach umfasst insgesamt rund 60.000 Bände, 135 Inkunabeln und 800 Handschriften. Die Handschriftensammlung ist im Stiftsarchiv untergebracht. Neben der historischen Bibliothek existiert in Lambach auch eine ca. 5000 Bände umfassende „Neue Bibliothek“, die für den Alltagsgebrauch der Mönche bestimmt ist, sowie eine kleine Archivbibliothek zur Dokumentation der Hausgeschichte und anderer geschichtswissenschaftlicher Themen.
Bibliotheksbeschreibungen: Fabian-Handbuch der historischen Buchbestände und Klosterbibliotheken in Österreich

Literatur zur Bibliothek: 
  • Arno Eilenstein, Zur Geschichte der Stiftsbibliothek in Lambach, in: Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktiner-Ordens und seiner Zweige 51 (1933), 205–217.
  • Kurt Holter, Zwei Lambacher Bibliotheksverzeichnisse des 13. Jahrhunderts, in: Mittelungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 64 (1956), 262–276.
  • Kurt Holter, Beiträge zur Geschichte der Stiftsbibliothek Lambach, in: Jahrbuch des Musealvereines Wels 15 (1968/69), 96–123.
  • Kurt Holter, Neue Beiträge zur Geschichte der Stiftsbibliothek von Lambach im hohen Mittelalter, in: Kunstgeschichtsforschung und Denkmalpflege. Festschrift für Norbert Wibiral zum 65. Geburtstag (Schriftenreihe des Oberösterreichischen Musealvereines 13, Linz 1986), 85–98.
Musikarchiv des Benediktinerstiftes Lambach

Klosterplatz 1
A-4650 Lambach
Kontakt: Peter Deinhammer
E-Mail: musikarchiv[at]stift-lambach

Die Bedeutung der Musiksammlung im Stift Lambach wird vor allem am reichen Bestand von Aufführungsmaterialien aus dem gesamten 18. Jahrhundert gemessen. Aber auch viele Komponisten aus dem Umkreis der Wiener Klassik finden sich im Bestand. Wolfgang Amadeus Mozart und Michael Haydn pflegten Zeit ihres Lebens freundschaftliche Beziehungen zum Kloster Lambach. Eine der bedeutendsten Handschriften im Archiv ist sicher Mozarts so genannte „Lambacher Sinfonie“(KV45a).

Kataloge des Musikarchivs: 
  • Gerda Lang, Zur Geschichte und Pflege der Musik in der Benediktinerabtei zu Lambach. Mit einem Katalog zu den Beständen des Musikarchives, 3 Bände (Univ. Diss. Salzburg 1978).
  • Einzelnachweise: Internationales Quellenlexikon der Musik (RISM), Serie A/1 Musikdrucke bis 1800, Kassel: Bärenreiter, 1971-2012 (9 Bände, 4 Ergänzungsbände, Indexband, CD-ROM), Musikhandschriften: Répertoire international des sources musicales (RISM).
Literatur zum Musikarchiv: 
  • Gerda Lang, Zur Geschichte und Pflege der Musik in der Benediktinerabtei zu Lambach. Mit einem Katalog zu den Beständen des Musikarchives, 3 Bände (Univ. Diss. Salzburg 1978).
Anmerkungen zum Musikarchiv: 

Ausführliche Informationen zur Musikgeschichte des Stiftes Lambach auf: http://www.ooegeschichte.at/Stift-Lambach.1209.0.html

Gemälde- und Graphiksammlungen des Stiftes Lambach

Klosterplatz 1
A-4650 Lambach
Kontakt: Christoph Stöttinger
E-Mail: archiv[at]stift-lambach.at

Ein Teil der Gemäldesammlung wird im Klostermuseum gezeigt, ein Teil befindet sich im Depot. Bedeutsam ist die Graphiksammlung, die auf die Sammlertätigkeit des P. Kolomann Fellner (+1818) zurückgeht und 15.000 Einzelblätter, vor allem Kupferstiche, enthält.

Näheres zum Klostermuseum unter http://www.ooemuseumsverbund.at/museum/87_stift_lambach

Literatur zu den Sammlungen: 
  • Erwin Hainisch, Österreichische Kunsttopographie, Bd. XXXIV: Die Kunstdenkmäler des politischen Bezirkes Lambach (Wien 1959).
  • Im Fluss – am Fluss. 950 Jahre Benediktinerstift Lambach. Jubiläumsausstellung im Stift Lambach, 20. März – 26. Oktober 2006, Katalog, Red. von Klaus Landa (Lambach 2006).
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