Benediktinerstift Melk

Abt Berthold Dietmayr-Straße 1
A-3390 Melk
Tel: + 43 - (0)2752 - 555

GruenderIn/StifterIn: 
Markgraf Leopold II. von Österreich
Geschichte: 

Markgraf Leopold II. wandelte 1089 ein in Melk bereits bestehendes älteres Kanonikatstift in ein Benediktinerkloster um. Im Anschluss an das Konzil von Konstanz und auf Betreiben Herzog Albrechts V. wurde Melk im 15. Jahrhundert zum Zentrum der Reform und Erneuerung der benediktinischen Klöster Österreichs („Melker Reform“). Das Benediktinerstift wurde unter Abt Berthold Dietmayr (1700–1739) als Klosterpalast in imposanter Lage neu erbaut. Federführender Baumeister war Jakob Prandtauer.

Werke und Pfarren: 
  • Inkorporierte Pfarren: Alberndorf, Bad Vöslau, Gainfarn, Grillenberg, Groißenbrunn, Großriedenthal, Haugsdorf, Immendorf, Lassee, Leobersdorf, Matzendorf, Matzleinsdorf, Melk, Oberweiden, Prottes, Ravelsbach, Rohrendorf, Traiskirchen, Untermarkersdorf, Untersiebenbrunn, Weikendorf, Wullersdorf, Zwerndorf.
  • Ehemals inkorporierte Pfarren: Fahndorf, Gänserndorf, Gettsdorf, Großmeiseldorf, Mödling, Plank, Ziersdorf.
  • Stiftsgymnasium Melk
Publikationen der Ordensgemeinschaft: 
  • Jahresbericht des Öffentlichen Stiftsgymnasiums und Oberstufenrealgymnasiums der Benediktiner zu Melk (früher andere Titel)
  • Melker Mitteilungen. Über die aktuellen Ereignisse und über das Leben im Stift und im Stiftsgymnasium Melk 1.1972-
  • Thesaurus Mellicensis 1.2009-
Literatur: 
  • Die Suche nach dem verlorenen Paradies - europäische Kultur im Spiegel der Klöster [Ausstellungskatalog Stift Melk], hg. von Elisabeth Vavra (Katalog des Niederösterreichischen Landesmuseums N.F. 428, St. Pölten 2000).
  • 900 Jahre Benediktiner in Melk. Jubiläumsausstellung 1989, Stift Melk, hg. von Ernst Bruckmüller – Burkhard Ellegast – Erwin Rotter (Melk 1989).
  • Ignaz Franz Keiblinger, Geschichte des Benedictiner-Stiftes Melk in Niederösterreich, seiner Besitzungen und Umgebungen, 2 Bde. (Wien 1851–1869).
  • Wilfried Kowarik – Gottfried Glassner – Meta Niederkorn-Bruck– Waltraud Krassnig, Melk, in: Germania Benedictina 3/2: Die benediktinischen Mönchs- und Nonnenklöster in Österreich und Südtirol, hg. von Ulrich Faust – Waltraud Krassnig (St. Ottilien 2001) 526–654.
  • Burkhard Ellegast, Das Stift Melk, Red. von Maria Prüller u.a. (Melk 2007).
  • Meta Niederkorn-Bruck, Die Melker Reform im Spiegel der Visitationen (Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung. Ergänzungsband 30, Wien u. a. 1994).
Stiftsarchiv Melk

Abt Berthold Dietmayr-Straße 1
A-3390 Melk
Kontakt: P. Wilfried Kowarik OSB
E-Mail: wilfried[at]stiftmelk.at

Im Zuge des barocken Neubaus des Stiftes wurden die Archivbestände in Melk und im Wiener Melkerhof durch Pater Philibert Hueber neu aufgestellt und verzeichnet. Als 1848 die Archivbestände durch die Übernahme der Herrschaftsarchive bedeutend vergrößert wurden, entstand neben den beiden bereits bestehenden Selektarchiven ein weiterer, „Wirtschaftsarchiv“ genannter Archivkörper. 1935 wurde das Archiv des Melker Hofes in Wien nach Melk transferiert und an einem Ort existierten nun drei Archivkörper. Das Archiv wurde 1983 vom St. Pöltner Diözesanarchivar Gerhard Winner vollkommen neu geordnet.
Der gesamte Bestand umfasst ca. 1.000 archivalische Bücher, ca. 1.700 Norm-Aktenkartons, ca. 200 Großformat-Kartons und ca. 550 Pläne. Das Stift besitzt überdies etwa 2.550 Urkunden.

Findmittel des Archivs: 
Literatur zum Archiv: 
  • Helga Penz, Der Melker Stiftsarchivar Philibert Hueber und seine Austria ex archivis Mellicensibus illustrata, in: Melk in der barocken Gelehrtenrepublik. Die Brüder Bernhard und Hieronymus Pez, ihre Forschungen und Netzwerke, hg. von Cornelia Faustmann, Gottfried Glaßner OSB und Thomas Wallnig (=Thesaurus Mellicensis 2, Melk 2014), S. 53-59.
  • Joachim Angerer, Breviarium caeremoniarum Monasterii Mellicensis (Corpus Consuetudinum monasticarum 11/2, Siegburg 1994).
  • Edmund Kummer, Das älteste Urbar des Benediktinerstiftes Melk (1289–1294) (Österreichische Urbare 3. Abt. Urbare geistlicher Grundherrschaften 1. Die mittelalterlichen Stiftsurbare Niederösterreichs T.2.1, Wien 1970).
  • Annales Mellicenses, hg. von Wilhelm Wattenbach, in: MGH SS 9 (Hannover 1851) 480–537.
  • Breve Chronicon Austriae Mellicense, hg. von Wilhelm Wattenbach, in: MGH SS 24 (Hannover 1879) 69–71.
Stiftsbibliothek Melk

Abt Berthold Dietmayr-Straße 1
A-3390 Melk
Kontakt: P. Gottfried Glaßner
E-Mail: bibliothek[at]stiftmelk.at

Die Bibliothek umfasst ca. 85.000 Bände, 800 Inkunabeln und 1.800 Handschriften seit dem 9. Jahrhundert; 4 Globen.
Bibliotheksbeschreibungen: Fabian-Handbuch der historischen Buchbestände und Klosterbibliotheken in Österreich

Literatur zur Bibliothek: 
  • Christine Glaßner–Alois Haidinger, Inventar der Handschriften des Benediktinerstiftes Melk, Teil 1: Von den Anfängen bis ca. 1400 (Österreichische Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-historische Klasse. Denkschriften 285 = Veröffentlichungen der Kommission für Schrift- und Buchwesen des Mittelalters, Reihe II 8/1, 2 Bde., Wien 2000).
  • Christine Glaßner, Neuzeitliche Handschriften aus dem Nachlass der Brüder Bernhard und Hieronymus Pez in der Bibliothek des Benediktinerstiftes Melk (Österreichische Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-historische Klasse. Denkschriften 372 = Veröffentlichungen der Kommission für Schrift- und Buchwesen des Mittelalters, Reihe IV 7, Wien 2008).
  • Gottfried Glaßner, Die Stiftsbibliothek Melk. In: Menschen in Bibliotheken. Wer und was in St. Pölten. Informationsbroschüre zum 25. Bibliothekartag. Festspielhaus St. Pölten, 15.–19. September 1998 (Wien 1998) 128–138.
Musikarchiv des Stiftes Melk

Abt Berthold Dietmayr-Straße 1
A-3390 Melk
Kontakt: Johannes Prominczel
E-Mail: musikarchiv[at]stiftmelk.at

Das Musikarchiv des Stiftes Melk umfasst rund 10.000 Musikalien, davon sind etwa 6000 Drucke und 4.000 Handschriften, vornehmlich aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und aus dem 19. Jahrhundert. Ferner zählen Bücher, Zeitschriften sowie Musikinstrumente zur Sammlung.
Durch die vielfältigen Beziehungen Melker Benediktiner nach Wien und zu anderen Klöstern finden sich zahlreiche Abschriften von Komponisten der Wiener Klassik und Romantik. Ein weiterer Schwerpunkt gilt den in Melk tätig gewesenen Komponisten, etwa Franz Schneider, Abbé Maximilian Stadler oder Johann Georg Albrechtsberger.
Erwähnenswert sind auch eine Reihe von Nachlässen, die in das Musikarchiv gelangt sind. Darunter auch ein Druck mit autographer Widmung Robert Schumanns.

Kataloge des Musikarchivs: 
  • Einzelnachweise von Notendrucken: Internationales Quellenlexikon der Musik (RISM), Serie A/1 Musikdrucke bis 1800, Kassel: Bärenreiter, 1971-2012 (9 Bände, 4 Ergänzungsbände, Indexband, CD-ROM).
  • Einzelnachweise von Musikhandschriften: RISM (Répertoire international des sources musicales)
Literatur zum Musikarchiv: 

Robert N. Freeman, The Practice of Music at Melk Abbey: Based upon the Documents, 1681-1826 (Österreichische Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-historische Klasse. Sitzungsberichte, 548. Band = Veröffentlichungen der Kommission für Musikforschung 23, Wien 1989).

Stiftsmuseum und Museum des Stiftes Melk

Abt Berthold Dietmayr-Straße 1
A-3390 Melk
E-Mail: kultur.tourismus[at]stiftmelk.at
E-Mail: mineraliensammlung[at]stiftmelk.at

Das Stiftsmuseum zeigt in elf Räumen Exponate der stiftlichen Kunstsammlungen und der Schatzkammer aus allen Epochen. Zu den Sammlungen gehört auch eine barocke Gemäldegalerie im Prälaturbereich. Eine Sondersammlung bildet die Melker Mineraliensammlung, deren Anfänge in das 18. Jahrhundert zurückreichen.

Inventar der Sammlung(en): 
Literatur zu den Sammlungen: 
  • Burkhard Ellegast – Lukas Roitner, Stiftsmuseum Melk. Unterwegs von Gestern ins Heute. Stift Melk in Geschichte und Gegenwart (Melk 2003).
  • Herbert Fasching, Stift Melk und seine Kunstschätze (St. Pölten - Wien³ 1985).
  • Anton Held, Apparate aus der physikalischen Sammlung des Stiftes Melk. Katalog zur Ausstellung 1992 (Melk 1992).
  • Simone Huber – Peter Huber – Gerald Knoblock, Die Mineraliensammlung des Stiftes Melk seit 1767 (Melk 2007).
Schatzkammer des Stiftes Melk

Abt Berthold Dietmayr-Straße 1
A-3390 Melk

Diverse Paramente sowie Vasa Sacra werden im Stiftsmuseum ausgestellt.

Literatur zur Schatzkammer: 
  • Gerhard Flossmann – Wolfgang Hilger – Herbert Fasching, Stift Melk und seine Kunstschätze (St. Pölten – Wien³ 1985).
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