Benediktinerstift Seitenstetten

Am Klosterberg 1
A-3353 Seitenstetten
Tel: + 43 - (0)7477 - 423 00

GruenderIn/StifterIn: 
Udalschalk von Still
Geschichte: 

Das Benediktinerkloster wurde 1112 gegründet, nachdem die Stiftung eines Chorherrenklosters am gleichen Ort wenig zuvor erloschen war. An der Gründung dieses Kanonikerstifts zu St. Veit war der Adelige Udalschalk von Stille und Heft gemeinsam mit seinem Schwager Reginbert von Hagenau und Bischof Ulrich von Passau beteiligt. Die Melker Reform förderte die Beziehungen Seitenstettens zu anderen Benediktinerklöstern und führte das Kloster zu einer kulturellen Belebung. 1440 wurde die erste Kapelle auf dem Sonntagberg erbaut, an deren Stelle unter Abt Benedikt Abelzhauser (1687-1717) vom Barockbaumeister Jakob Prandtauer eine bedeutende Wallfahrtskirche errichtet wurde. 1718 bis 1747 wurde der heutige barocke Stiftsbau errichtet.
1814 wurde die theologische Hauslehranstalt aufgelöst und die Klosterschule in ein öffentliches Gymnasium umgewandelt.

Werke und Pfarren: 
  • Inkorporierte Pfarren: Allhartsberg, Aschbach, Biberbach, Kematen-Gleiß, Krenstetten, Mauer-Öhling, Sonntagberg, Seitenstetten, St. Georgen in der Klaus, St. Johann in Engstetten, St. Michael am Bruckbach, Windhag, Wolfsbach, Ybbsitz
  • Zum Stift gehören ein Stiftsgymnasium und ein Bildungshaus sowie das Jugendhaus Schacherhof.
Literatur: 
  • Benedikt Wagner, Seitenstetten, in: Ulrich Faust OSB und Waltraud Krassnig (Hg.), Die benediktinischen Mönchs- und Nonnenklöster in Österreich und Südtirol (=Germania Benedictina III/3, München 2002), S. 522-603.
  • Seitenstetten. Kunst und Mönchtum an der Wiege Österreichs. Stift Seitenstetten, 7. Mai– 30. Oktober 1988, Niederösterreich, Landesausstellung. Red. Karl Brunner (Katalog des NÖ Landesmuseum, N.F. 205, Wien 1988).
  • Benedikt Wagner, Seitenstetten 1109-1111, in: Die ehemaligen Stifte der Augustiner-Chorherren in Österreich und Südtirol. Österreichisches Chorherrenbuch, hg. von Floridus Röhrig (Klosterneuburg 2005) S. 559-563.
Stiftsarchiv Seitenstetten

Am Klosterberg 1
A-3353 Seitenstetten
Kontakt: P. Jacobus Tisch OSB
E-Mail: archiv[at]stift-seitenstetten.at

Das Stiftsarchiv besitzt 1253 Urkunden ab dem 12. Jahrhundert; zusätzlich ca. 700 Professurkunden ab dem 14. Jahrhundert; weiters insgesamt 1100 Codices, 450 Aktenkartons, 700 Pläne und ein reichhaltiges Bilderarchiv. Buchförmige Archivalien: 736 Bände der Herrschaften Seitenstetten und Ybbsitz, Herrschaftsbücher (z. B. das Urbar von 1290), Wirtschaftsbücher (17.–19. Jahrhundert), Lehenbücher (16.–19. Jahrhundert). Der Bestand an Akten umfasst: Herrschafts- und Wirtschaftsakten (16.–19. Jahrhundert), Akten zur Geschichte des Klosters und Marktes Seitenstetten, Bauzeichnungen, Pläne.

Findmittel des Archivs: 
  • Ein Verzeichnis von 1939 ist im Archiv vorhanden.
  • Die Urkunden sind teilweise digitalisiert und online einzusehen auf www.monasterium.net
Literatur zum Archiv: 
  • Martin Riesenhuber, Das Stiftsarchiv zu Seitenstetten, in: Archivalische Zeitschrift 37 (1928), 192-207.
Stiftsbibliothek Seitenstetten

Am Klosterberg 1
A-3353 Seitenstetten
Kontakt: P. Jacobus Tisch OSB
E-Mail: bibliothek[at]stift-seitenstetten.at

Die Stiftsbibliothek umfasst insgesamt rund 90.000 Bände, 277 Inkunabeln, 270 mittelalterliche Handschriften, eine Globensammlung.
Siehe: Klosterbibliotheken in Österreich und Fabian-Handbuch der historischen Buchbestände

Kataloge der Bibliothek: 
Literatur zur Bibliothek: 
  • Benedikt Wagner, Die Stiftsbibliothek, in: Seitenstetten. Kunst und Mönchtum an der Wiege Österreichs. Stift Seitenstetten, 7. Mai–30. Oktober 1988, Niederösterreich, Landesausstellung, red. von Karl Brunner (Katalog des NÖ Landesmuseum N.F. 205, Wien 1988) 473–476.
  • Martin Wagendorfer, Die Handschriften aus der alten Wiener Universitätsbibliothek in der Stiftsbibliothek Seitenstetten (=Sitzungsberichte der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse 804, Wien 2011).
Musikarchiv des Stiftes Seitenstetten

Am Klosterberg 1
A-3353 Seitenstetten
Kontakt: P. Florian Ehebruster OSB
E-Mail: florian[at]stift-seitenstetten.at

Das Musikarchiv umfasst etwa 10.000 Handschriften und ebenso viele Drucke und enthält vor allem Werke geistlicher, aber auch weltlicher Musik der Vorklassik, Klassik und Romantik sowie Kirchenmusik des Cäcilianismus. Es sind besonders viele Erstdrucke vorhanden, darunter eine Schubertsammlung mit über 300 Erstdrucken. Zum Musikarchiv gehören eine Sammlung von Musikerbriefen des 19. und 20. Jahrhunderts sowie historische Musikinstrumente ab dem 17. Jahrhundert.

Kataloge des Musikarchivs: 
  • Kataloge vor Ort
  • Ignaz Weinmann, die Schubert-Sammlung im Musikarchiv der Benediktinerabtei Seitenstetten (=Schubert-Studien. Festgabe der Österreichischen Akademie der Wissenschaften zum Schubert-Jahr 1978, hg. von F. Grasberger u.a., Veröffentlichungen der Kommission für Musikforschung 19, Wien 1978), 167-298.
  • Einzelnachweise: Internationales Quellenlexikon der Musik (RISM), Serie A/1 Musikdrucke bis 1800, Kassel: Bärenreiter, 1971-2012 (9 Bände, 4 Ergänzungsbände, Indexband, CD-ROM), Musikhandschriften: RISM (Répertoire international des sources musicales).
Literatur zum Musikarchiv: 
  • Benedikt Wagner, Die Stiftsbibliothek, in: Seitenstetten. Kunst und Mönchtum an der Wiege Österreichs. Stift Seitenstetten, 7. Mai–30. Oktober 1988, Niederösterreich, Landesausstellung, red. von Karl Brunner (Katalog des NÖ Landesmuseum N.F. 205, Wien 1988) 404-425.
Sammlungen des Stiftes Seitenstetten

Am Klosterberg 1
A-3353 Seitenstetten
Kontakt: P. Martin Mayrhofer OSB
E-Mail: martin[at]stift-seitenstetten.at

Im Stift wurden bereits in der Barockzeit kunst- und naturhistorische Sammlungen angelegt. Unter dem kunstsinnigen Kämmerer P. Joseph Schaukegl wurde im 18. Jahrhundert die Grundlage für eine der reichhaltigsten Gemäldesammlungen Österreichs gelegt. Bedeutend ist besonders eine große Sammlung von Werken des Kremser Schmidt. Weiters entstand eine Graphiksammlung, ein Naturalienzimmer und ein Mineralienkabinett in Rokokoausstattung.
Die Gemäldegalerie wurde 1819 zunächst als Studiensammlung für das Stiftsgymnasiums eingerichtet, seit der Landesausstellung 1988 besteht die Stiftsgalerie, die auch Wechselausstellungen und moderne Kunst zeigt.

Literatur zu den Sammlungen: 
  • Benedikt Wagner – Herbert Fasching, Stift Seitenstetten und seine Kunstschätze (St. Pölten – Wien 1988, neue überarb. Aufl. 2012).
  • Martin Mayrhofer OSB (Hg.), Stiftsgalerie Seitenstetten (Seitenstetten 1998).
  • Simone Huber – Peter Huber, Das Mineralienkabinett im Stift Seitenstetten, in: Lapis 13 (1988), 15–21.
  • Günther Dembskim, Die Münzsammlung von Seitenstetten, in: Niederösterreichische Landesausstellung Seitenstetten – Kunst und Mönchtum an der Wiege Österreichs, 7. Mai - 30. Oktober 1988 (Wien 1988) 513–517.
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