Jesuiten - Österreichische Provinz der Gesellschaft Jesu

Dr. Ignaz Seipel-Platz 1
A-1010 Wien
Tel: +43 - (0)1 - 512 5232

GruenderIn/StifterIn: 
hl. Ignatius von Loyola (1491-1556)
Geschichte: 

Die erste Niederlassung der Gesellschaft Jesu in Österreich wurde noch zu Lebzeiten des Ordensgründers, des hl. Ignatius von Loyola (1491-1556), im Jahr 1551 auf Initiative von König Ferdinand I. in Wien gegründet, wo der Orden ein Kolleg errichtete und in der Folge die Führung der Wiener Universität übernahm. Zur 1563 errichteten österreichischen Provinz gehörten außerdem Graz (1573), Klagenfurt (1604), Linz (1608), Leoben (1613), Krems (1616), Judenburg (1621), Wiener Neustadt (1625/66) und Steyr (1632). Als wirtschaftlicher Rückhalt der Kollegien mit ihren Schulen dienten die Niederlassungen St. Lorenzen in der Steiermark (1577), in Kärnten Millstatt (der sog. Millstätter Distrikt, in dem der Jesuitenobere einem Bischof gleichkommende Jurisdiktionsrechte innehatte, gegr. 1598) und Eberndorf (1604), weiters Pulgarn in Oberösterreich (1609), St. Bernhard in Niederösterreich (1621) und Traunkirchen im Salzkammergut (1623). Die Kollegien in Innsbruck und Hall gehörten zur Oberdeutschen Provinz. 1773 wurde der Orden von Papst Clemens XIV. aufgehoben und seine Besitzungen in Österreich dem staatlichen Studienfonds einverleibt.
1814 erfolgte die Wiedererrichtung der Gesellschaft Jesu. Folgende Häuser gehören bzw. gehörten zur österreichischen Provinz: Baumgartenberg (1852-1859), Graz (1829-1957, ab 2007), Innsbruck (seit 1835), Klagenfurt (1888-1986), Linz-Freinberg (seit 1837), Linz-Ignatiuskirche (seit 1909), Salzburg (1935-1953), Sankt Andrä im Lavanttal (1862-2012), Steyr (seit 1866), Wien-Kirche am Hof (1908-1952), Wien-Jesuitenkirche (seit 1852), Wien-St. Canisius (1899-2008), Wien-Lainz (seit 1885), Wien-Kalksburg (seit 1856). Eine Kommunität in Feldkirch (Jesuitengymnasium Stella Matutina 1856-1979) gehörte zur Schweizer Ordensprovinz.

Niederlassungen: 
  •  Innsbruck
  •  Linz
  •  Steyr
  •  Graz
  •  Wien
Werke und Pfarren: 
  • Jesuitenkirche in Wien; Pfarre Lainz-Speising in Wien; Jesuitenkirche in Innsbruck und Marienkirche in Steyr;
  • Katholisch-Theologische Fakultät und Internationales Theologisches Kolleg Canisianum in Innsbruck
  • Kardinal-König-Haus (Bildungshaus) in Wien
  • Haus Manresa (Zentrum für Berufungspastoral) und Ignatiuskirche in Linz
  • Die Schule „Kollegium Kalksburg“ in Wien wird von der „Vereinigung von Ordensschulen Österreichs“, das „Kollegium Aloisianum“ in Linz-Freinberg vom „Schulverein Kollegium Aloisianum“ geführt.
Publikationen der Ordensgemeinschaft: 
  • Jesuiten. Mitteilungen der österreichischen Jesuiten 1.1991-
  • Zeitschrift für Katholische Theologie 1.1877-
  • Menschen für andere. Das Magazin der Jesuitenmission 1.2008-
  • Jesuiten intern. Information – Dokumentation – Service 1.2000-
Literatur: 
  • Bernahrd Duhr, Geschichte der Jesuiten in den Ländern deutscher Zunge (16.–18. Jahrhundert), 4 Bd. (Freiburg i. Br. 1907–1928).
  • Jesuiten in Österreich. Festschrift zum 400jährigen Gründungsjubiläum der Österreichischen Ordensprovinz der Gesellschaft Jesu 1563-1963, hg. von der Österreichischen Ordensprovinz der Gesellschaft Jesu und Johannes Schaschnig (Wien 1963).
  • Die Jesuiten in Innerösterreich. Die kulturelle und geistige Prägung einer Region im 17. und 18. Jahrhundert, hg. v. Werner Drobesch und Peter G. Tropper (Klagenfurt u. a. 2006).
  • Klaus Schatz, Geschichte der deutschen Jesuiten (1814-1983), 5 Bde. (Münster 2013).
Archiv der Österreichischen Provinz der Gesellschaft Jesu

Dr. Ignaz Seipel-Platz 1
A-1010 Wien
Kontakt: Dr. Martina Lehner
E-Mail: archiv.at[at]jesuiten.org

Das Provinzarchiv enthält die Überlieferung seit der Wiedererrichtung der Gesellschaft Jesu in Österreich sowie die Nachlässe österreichischer Jesuiten. Die Altbestände aus den Hausarchiven der einzelnen Niederlassungen sowie das historische Schularchiv von Kalksburg wurden in das Provinzarchiv überstellt, mit Ausnahme von Innsbruck, wo sich das Hausarchiv vor Ort befindet. Vereinzelte buchförmige Archivalien aus der Zeit vor 1773 wurden zwischen 1950 und 1970 erworben und befinden sich in der Bibliothek der Österreichischen Provinz der Gesellschaft Jesu. Ansonsten befinden sich die Reste der Archive der „Alten Gesellschaft“ (vor 1773) in der Handschriftensammlung der Österreichischen Nationalbibliothek, im Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien, in den Landes-, Kommunal- und Schularchiven an den Orten ehemaliger Jesuitenniederlassungen. Eine bedeutende Sammlung von österreichischen Jesuitica befindet sich in der Benediktinerabtei Pannonhalma in Ungarn.

Findmittel des Archivs: 
  • Archivdatenbank im Archiv
  • Auskunft auf Anfrage
Bibliothek der Österreichischen Provinz der Gesellschaft Jesu

Dr. Ignaz Seipel-Platz 1
A-1010 Wien
Kontakt: Dorian Holzer
E-Mail: archiv.at[at]jesuiten.org

Die Bibliothek umfasst zwei Abteilungen: zum einen Belegexemplare aller Schriften österreichischer Jesuiten, darunter auch unpublizierte Manuskripte aus Nachlässen, und zum anderen eine Sammlung Jesuitica, darunter auch zwischen 1950 und 1970 erworbene Stücke aus der Zeit vor 1773, darunter zwei Bände der Litterae annuae (aus den Jahren 1589-1599 bzw. 1600-1607), zwei Bände Examina Candidatorum, vier Bände des Diariums des Wiener Profeßhauses sowie verschiedene Druckwerke aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Die Bibliothek umfasst insgesamt ca. 20.000 Bände.

Kataloge der Bibliothek: 
  • Zettelkatalog vor Ort
  • Auskunft auf Anfrage
Musealia-Sammlungen der Österreichischen Provinz der Gesellschaft Jesu

Dr. Ignaz Seipel-Platz 1
A-1010 Wien

Eine kleine Objektsammlung zur Geschichte der Freimaurer gehört zum Archivbestand. Die Attentatspistole von Sarajevo und das blutige Hemd des ermordeten Thronfolgers Erzherzog Ferdinand, die den Jesuiten in Sarajevo zur Errichtung einer Gedenkstätte übergeben worden waren, befinden sich als Dauerleihgaben im Heeresgeschichtlichen Museum in Wien. Sammlung kleinerer Reliquiare des 19. und 20. Jahrhunderts. Weitere Kunstwerke vor allem aus der Ausstattung ehemaliger Jesuitenkollege sind in einem Kunstinventar erfasst.

In der ehemaligen Höheren Schule der Jesuiten in Wien-Kalksburg befand sich das „Kabinett für kirchliche Kunst“ mit Beständen vor allem des 19. Jahrhunderts, das für die ästhetische Ausbildung vor allem des Ordens- und Priesternachwuchses diente. Nach Übergabe der Schule an die Vereinigung von Ordensschulen wurde die Sammlung in das Wiener Jesuitenkolleg gebracht. 2015 schenkten die Jesuiten eine Sammlung von Zeichungen und Graphiken aus dem 19. bis 21. Jahrhundert an das Dommuseum Wien (siehe Bericht).

Literatur zu den Sammlungen: 

Velics, Ladislaus, Das Cabinet für kirchliche Kunst im Collegium S.J. zu Kalksburg bei Wien (Wien: K.k. Hof- und Staatsdr., 1900).

Schatzkammer der Österreichischen Provinz der Gesellschaft Jesu

Dr. Ignaz Seipel-Platz 1
A-1010 Wien

Sammlung kleinerer Reliquiare und liturgischer Geräte des 19. und 20. Jahrhunderts.

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