Alte Schriften lesen lernen

Kurrentschrift

Alte Schriften und damit historische Archivquellen und Handschriften lesen zu können, ist die Grundvoraussetzung für die Arbeit als ArchivarIn und BibliothekarIn. Verschiedene Kursangebote, aber auch Anleitungen zum Selbststudium, richten sich an alle, die das Lesen historischer Schriften erlernen oder üben wollen. Diözesan- und Landesarchive bieten regelmäßig Lesekurse bzw. Kurse für die Benützung des Archivs an. Auch an Volkshochschulen gibt es Lesekurse, Ausbildungslehrgänge für Heimatforschung bieten Landesarchive oder Landesakademien an.

Onlineangebot

Wer sich den alten Schriften im Selbststudium widmen will, hier eine Auswahl der Angebote:

Das wahrscheinlich größte und breiteste Programm bietet Ad fontes, ein Online-Projekt der Universität Zürich. Neben einem umfangreichen Angebot an Transkriptionsübungen vom Frühmittelalter bis ins 20. Jahrhundert werden auch Übungen zur Schriftgeschichte und zu alten Rechnungs- und Maßeinheiten geboten. Die Schriftbeispiele stammen aus dem Stiftsarchiv Einsiedeln. Der Zugang ist kostenlos, alle Übungen finden am PC statt.

Auf geschichte online der Universität Wien können Sie ebenfalls die Kurrentschriften erlernen. Neben einem kurzen Überblick über die Schriftentwicklung wird auch hier ein Kurrentlesekurs angeboten.

Es gibt auch eine Reihe privater Anbieter von Lesekursen im Netz. Auf der Website von Margarethe Mücke gibt es einen Schreiblehrgang Kurrentschrift. Informationen und Leseübungen für die Sütterlinhandschrift bieten www.suetterlinschrift.de und www.genealogy.net. Einen Kurs für lateinische Paläographie des Mittelalters bietet die Virtuelle Hochschule Bayern.

Literatur

Deutsche Schriftkunde der Neuzeit. Ein Übungsbuch mit Beispielen aus bayerischen Archiven, bearb. von Elisabeth Noichl und Christa Schmeißer, hrsg. von der Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns, München 2006. Eine ausführliche Beschreibung finden Sie in der Bücherecke.

Oberösterreichisches Landesarchiv (Hg.), Schriftbeispiele. Handschriften des 15. bis 20. Jahrhunderts, 4. Aufl., Linz 1999.

Der Band des Oberösterreichischen Landesarchivs ist als Hilfestellung für angehende Archivbenutzer und –benutzerinnen gedacht. Nach einer kurzen theoretischen Einführung in die Kurrentschrift werden etwa 30 Beispiele mit danebenstehenden Transkriptionen geboten. Die Beispiele reichen wie im Titel angegeben vom Spätmittelalter bis in das frühe 20. Jahrhundert.

Handbuch für Heimat- und Familienforschung in Niederösterreich: Geschichtsquellen, Hintergründe, Literatur, Methodik, Praxis, hrsg. von Willibald Rosner und Günter Marian, St. Pölten 2008, S. 174-181. Eine ausführliche Beschreibung finden Sie in der Bücherecke.

Abschließend sei noch auf eine von Helga Penz verfasste kurze Zusammenfassung der Deutschen Kanzleischrift ab 1600 verwiesen, die im Anschluss zum Download bereit steht.

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