Archiv-Performance

Stefanos Tsivopoulos, The Precarious Archive

Auf der diesjährigen Documenta, der großen Ausstellung zeitgenössischer Kunst in Kassel, ist eine Archiv-Performance zu sehen, und zwar im Museum Fridericianum. Dieses wurde von der Documenta 14, die den Titel „Von Athen lernen“ trägt, dem Museum Moderner Kunst in Athen zur Verfügung gestellt, um Werke der klassischen Moderne und der zeitgenössischen Kunst in Griechenland zu zeigen.

Die Archiv-Performance trägt den Titel „The Precarious Archive“ („Das prekäre Archiv“). In einem eigenen Raum werden insgesamt 900 Archivbilder und -texte aus der Geschichte Griechenlands von 1963 bis 2002 gezeigt, darunter etwa von der Militärdiktatur und deren Zusammenbruch 1974.

Die Archivalien werden von einer „Archiv-Performerin“ aus Archivkartons genommen, auf Tischen bzw. Overheadprojektoren aufgelegt und dem Publikum präsentiert. Die Performerin tritt auch in Interaktion mit den Betrachtern über die gezeigten Archivbilder. Ihre Aufgabe ist es auch, mittels Gesten und Posen einen körperlichen Ausdruck für die Auseinandersetzung mit dem Archivmaterial zu präsentieren.
  

Schöpfer und Gestalter der Archiv-Performance ist der griechische Künstler und Filmemacher Stefanos Tsivopoulos. Seine Filme und andere Werke sind oft Resultat einer langen Recherche in historischen Dokumenten und Fotoarchiven. Er interessiert sich besonders für die Repräsentation der griechischen Zeitgeschichte in Archivfotografien.

Die Documenta ist noch bis 17. September 2017 in Kassel zu sehen: www.documenta14.de

Farbbalken