Bemerkenswerte Funde im Depot

Bei den Schwestern vom Göttlichen Erlöser in Wien haben sich im Laufe der letzten Jahrzehnte viele Dinge in den Depoträumen angesammelt. Fein säuberlich verwahrt erzählen sie von ehemaligen Standorten und Werken der Schwesterngemeinschaft. Bei der genauen Durchsicht und der Bestandsaufnahme durch das Referat für die Kulturgüter der Orden sind bemerkenswerte Architektur- und Dekorationszeichnungen zum Vorschein gekommen, die aus dem ehemaligen Maleratelier stammen und dem Architekten Franz Schmoranz (1845-1892) zugeschrieben werden können.

Schmoranz war Leiter der ägyptischen Baugruppe der Weltausstellung in Wien im Jahre 1873, die vom Vizekönig von Ägypten Ismael Pascha finanziert wurde. Zuvor hatte er den Khedivenpalast in Kairo erbaut und später für Firma Lobmeyr in Wien entworfen. Schmoranz war außerdem Korrespondent der k. k. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmale. Der außergewöhnliche Fund wird gesammelt im Archiv der Schwestern aufbewahrt.

Im Zuge der Sichtung wurde eine Auswahl an alten Materialien für die pädagogische Vermittlung zusammengestellt und nicht mehr benötigte Werkstoffe aus der einstigen Paramentenerzeugung an LehrerInnen und Restauratoren abgegeben. „Vor allem alte Stickmaterialien und Bänder sind bei Restaurierungen ein wahrer Schatz“, so die Textilrestauratorin Silvia Zechmeister, „sie werden heute fast nicht mehr hergestellt und sind kaum mehr in dieser Qualität zu bekommen.“ Sr. Judith Lehner freut sich über die sinnvolle Weiterverwendung der alten Materialien und im Besonderen über die Entdeckung vieler eindrucksvoller Zeichnungen, die zum Teil auch aus der Hand von Mitschwestern stammen.

 

 

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