Der katholische Bund im Sack

Abegg-Stiftung

Im Jahr 1586 schlossen sich in der Schweiz die sieben katholisch gebliebenen Orte der Alten Eidgenossenschaft in einem Bund zusammen und verpflichteten sich, am alten Glauben festzuhalten. Der „katholische Bund“ wurde natürlich mit Brief und Siegel befestigt. Und für diese Urkunde hat man ein eigenes Leckersäckchen, geziert mit den Wappen der sieben Schweizer Orte, angefertigt - eine kleine, aber feine Rarität in der Geschichte der Archive.
In einer Sonderpräsentation stellt die Abegg-Stiftung in Riggisberg bei Bern sechs dieser aufwendig gestalteten Archivsäcklein sowie einige dazugehörige Urkunden aus dem Staatsarchiv Freiburg aus. Sie wurden vor kurzem im Rahmen einer Abschlussarbeit im Studiengang Textilkonservierung und -restaurierung untersucht und restauriert. Die außergewöhnlichen Beutel weisen Wappen, Inschriften und textile Zierelemente auf. Sie stellen interessante und  kostbare Zeugnisse einer alten Archivordnung dar. Die Archivsäcklien sind noch bis bis 12. November 2017 zu sehen.
Die in Fachkreisen bekannte und angesehene Abegg-Stiftung hat sich dem Sammeln, Erhalten und Erforschen von historischen Textilien verschrieben. Sie liegt etwas ausserhalb des Ortes Riggisberg in den Berner Voralpen. Dort befindet sich das Museum für Textilien und angewandte Kunst mit jährlich wechselnden Sonderausstellungen, das Wohnmuseum «Villa Abegg» und die wissenschaftliche Bibliothek. Das Atelier für Textilkonservierung und -restaurierung ist gleichzeitig Studienort für angehende Fachkräfte. Die von der Abegg-Stiftung herausgegebenen Bücher und Drucksachen vermitteln die Resultate und Erkenntnisse der Forschung zur Geschichte der textilen Künste an ein Fachpublikum und an interessierte Laien.

 

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