Eine neue Selige - und ein neues Klostermuseum

Seligsprechung Clara Fey

Am 5. Mai 2018 wurde Clara Fey, die Stifterin der Schwestern vom armen Kinde Jesus, im Hohen Dom zu Aachen selig gesprochen. Arbeits- und Sterbezimmer der neuen Seligen im niederländischen Simpelveld wurden von den Schwestern zu einem eindrucksvollen Klostermuseum ausgestaltet.

Eine österreichische Pilgergruppe von 80 Personen - das pädagogische Personal der Ordensschulen sowie die.Leitung der Vereinigung von Ordensschulen - feierte gemeinsam mit Schwestern aus Europa, Asien und Lateinamerika die Seligsprechung. Auch wir Mitarbeiterinnen des Referats für die Kulturgüter der Orden, die wir die Schwestern im vergangenen Jahr bei der Inventarisierung ihres reichlichen kulturellen Erbes unterstützt haben, waren zum großen Fest eingeladen.

Im Rahmen eines Festgottesdienstes, den die Aachener Dommusik musikalisch hervorragend umrahmte„ verlas der Kardinalpräfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen das päpstliche Dekret über die Aufnahme von Clara Fey in die Liste der Seligen. Ihr Gedenktag ist ihr Sterbetag, der 8. Mai.

Der Lehnstuhl, in dem die Stifterin im Jahr 1894 im Alter von 79 Jahren verstarb, ist im neuen Museum des Ordens zu sehen. Dieses befindet sich in Simpelveld, einem kleinen Ort in den Niederlanden, nahe der Grenze zu Deutschland. Dorthin musste der damals noch junge Orden während des Kulturkampfes fliehen und errichtete hier ein großes Mutterhaus.

Im Museum ist das kulturelle Erbe der Schwestern aus den Niederlasungen, die in den letzten Jahren aufgelassen werden mussten, ausgestellt. Die österreichische Oberin Sr. Beata Maria Inderin, die sich besonders um die Ausgestaltung des Museums verdient gemacht hatte, führte uns durch die modernen Ausstellungsräume.

Das besondere Ordenscharisma der Stifterin verbindet das tätige Apostolat in der Kinder- und Jugendfürsorge mit handwerklichen Tätigkeiten, die für beschauliche Frauenorden typisch waren, insbesondere die Paramentenstickerei. Im Museum sind wunderbare, hochqualitative liturgische Gewänder zu sehen, die die Schwestern vom armen Kinde Jesus in der Technik der Nadelmalerei bestickt haben. Eine weitere Kunstfertigkeit der Schwestern war das Wachsmodellieren. Sie stellten Jesuskindln aus Wachs her, denn jede Schwester bekam für die geistliche Betrachtung des Christkindes ein solches Kindl. Außerdem wurden große Krippenfiguren hergestellt. Im Museum in Simpelveld sind nicht nur die fertigen Kunstwerke ausgestellt, sondern auch Materialien, Werkzeuge und Entwurfszeichnungen. Außerdem zu sehen sind ein historisches Schwesternzimmer, die ehemalige Ordenstracht und vieles andere, das einen interessanten Einblick in eine bewegte Ordensgeschichte gibt.

Es ist schön, dass sich mit der Seligsprechung der Ordensgründerin Clara Fey, die damit fest im Gedenken der Kirche verankert ist, auch die Eröffnung dieses Gedächtnisortes in Simpelveld verbindet, der uns das Leben und Arbeiten der Ordensfrauen in der Nachfolge Clara Feys nicht vergessen lässt.

 

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