Erfinder der modernen Krankenpflege: Barmherzige Brüder

Dass der Hospitalorden des Heiligen Johannes von Gott mit seinen innovativen Methoden eine wichtige und noch ungewürdigte Rolle in der Medizingeschichte spielt, war eines der Ergebnisse einer Konferenz, die am  21. Oktober 2017 in Linz stattfand. Die Barmherzigen Brüder hatten zu einer Tagung zur Geschichte der „Germanischen Provinz“ des Ordens geladen. Bis 1780 umfasste die Provinz die Niederlassungen in den deutschen Fürstentümern und in der Habsburgermonarchie. Die Veranstaltung widmete sich letzteren.

Nicht weniger als zehn Vorträge aus allen Teilen der ehemaligen Kronländer Österreichs waren zu hören. Referenten aus Budapest, Wien, Graz, Brno/Brünn, Josefov/Josefstadt, Hradec Králové/Königgrätz und Kuks/Kukus (Tschechien) waren angereist. Alle Vorträge wurden simultan übersetzt vom Tschechischen ins Deutsche bzw. vom Deutschen ins Tschechische. Zu diesem großartigen Service trat die Gastfreundschaft des Ordens – die Teilnahme war kostenlos und die Teilnehmenden wurden auch kulinarisch bestens versorgt. Die Anzahl der Besucher war leider nicht allzu groß, aber der Inhalt der Tagung war ausgesprochen spannend und informativ.

Die workshopartige Tagung war auch ein Vernetzungstreffen von Wissenschaftlern, die derzeit gemeinsam an der Erforschung der Geschichte der Germanischen Provinz des Ordens in der Habsburgermonarchie bis 1780  arbeiten. Das Projekt bearbeitet nicht nur schriftliche Quellen, sondern befasst sich auch mit dem kulturellen Erbe und der Musiktätigkeit bei den Barmherzigen Brüdern. Koordinator ist Dr. Petr Jelinek, Historiker und Pflegewissenschaftler in Wien.

Im Anhang finden Sie eine zusammenfassende Darstellung der vorgetragenen Referate.

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