Gregor Lechner OSB (1940-2017)

P. Gregor Lechner (Foto: Brunner Krems)

Der Leiter der Graphischen Sammlung des Stiftes Göttweig, der bekannte Kunsthistoriker P. Gregor Lechner, ist wenige Tage nach seinem 77. Geburtstag verstorben. Der gebürtige Bayer und promovierte Kunsthistoriker und Byzantist schloss sich 1971 in Augsburg dem Dominikanerorden an, bevor er 1974 in die Benediktinerabtei Göttweig übertrat. 1975 wurde er zum Priester geweiht, 1978 legte er die ewige Profess ab. Gleich nach seinem Eintritt wurde er Archivar, Bibliothekar und Kustos des Stiftes. Die Funktion des Sammlungsleiters übte er sein ganzes weiteres Leben mit großer Hingabe und viel Sachkenntnis aus. Von 1979 bis 2015 lehrte er Christliche Ikonographie an den Universitäten Wien, Graz, Innsbruck und Salzburg und hat mehrere Generationen von Studierenden mit seiner frischen und passionierten Art zu unterrichten für sein Fach begeistert. 1994 habilierte er sich an der Universität Innsbruck und erhielt im Jahr 2000 eine außerordentliche Universitätsprofessur. Von 2001 bis 2005 war er an der Donau-Universität Krems tätig. Mit seinem Namen ist die Gründung des Lehr- und Forschungszentrums für Bildwissenschaften in Göttweig verbunden.
P. Gregors wissenschaftliche Leistungen  wurden von der Republik Österreich mit dem Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst, mit dem Großen Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich sowie dem Wissenschaftspreis gewürdigt. Sein wissenschaftliches Schaffen umfasst eine Vielzahl von einschlägigen Publikationen im Bereich Kunstgeschichte. Durch Jahrzehnte war er in der Redaktion der Zeitschrift „Das Münster“ und der „Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens und seiner Zweige“ tätig. Die Jahresausstellungen der Graphischen Sammlung und vor allem die große Jubiläumsausstellung 1983 in Göttweig sind sein Verdienst.
P. Gregors ungemeiner Elan, seine Liebe und Leidenschaft für seine Aufgaben in der Pflege der Göttweiger Sammlungen und für die wissenschaftliche Forschung und Lehre hat uns alle beeindruckt und inspiriert. In seinen letzten Lebensjahren war es ihm wichtig, die Graphische Sammlung mit ihrer von ihm selbst aufgebauten umfassenden Fachbibliothek und ihren Seminar- und Arbeitsräumen in den Dienst der Kulturgüterpflege aller Ordensgemeinschaften zu stellen und für die Vernetzung und Weiterbildung der klösterlichen Sammlungskustoden zu nützen. Er hinterlässt eine große Lücke, wir werden ihn schmerzlich vermissen. Wir gedenken seiner und sind voll Dankbarkeit für alles, was er gewirkt und aufgebaut hat. R.I.P.

Die Beisetzung ist am 2. Oktober 2017 in Stift Göttweig.

  

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