Kunst oder Krempel?

Heiligenstatuen aus Gips, Kaffeehäferl aus dem Biedermeier, vergilbte Öldrucke, Konventglocken, Kruzifixe, alte Möbel, Paramente, Bücher und Schriften? Brauchen wir das? In den österreichischen Ordensniederlassungen hat sich in den letzten Jahrhunderten einiges angesammelt. Die Entscheidung, was davon bewahrenswert ist und was nicht, ist nicht immer einfach.
Das Referat für die Kulturgüter der Orden hat darum im Jahr 2017 ein fünfjähriges Projekt gestartet, das von der Österreichischen Superiorenkonferenz finanziert wird und das der Sicherung und Bewahrung des Kulturerbes der Ordensgemeinschaften in Österreich dient.
Wir beraten Männer- und Frauenorden vor Ort und schätzen ein, was die Klosterausstattung wert ist — ökonomisch und ideell! Wir trennen Kunst und Krempel, und helfen, für das eine ein Kulturwerteinventar anzulegen und das andere loszuwerden.
Uns ist es wichtig, dass ausgewählte Zeugnisse für Apostolat, Charisma und Spiritualität, aber auch für den Alltag von Ordensleben, aufbewahrt werden. Die Kulturwerte-Inventare sind nicht Selbstzweck, sondern dienen dazu, Vermittlungskonzepte zu entwickeln: Wie kann man mit Dingen über Ordensleben sprechen? Bilder, Gegenstände und Dokumente machen die reiche Tradition und das Leben der Ordensleute anschaulich und begreifbar. Die im Bereich „Kultur“ bei den Ordensgemeinschaften Österreich neu gegründete Arbeitsgemeinschaft Kirchenpädagogik unter Leitung von Sr. Ruth Pucher wird sich dieser Vermittlungsfrage besonders annehmen.


Ordensgemeinschaften, die selbst keine Möglichkeit der Bewahrung haben, bieten wir eine Deponierung im Sammelarchiv und Depot der Orden in Stift Lambach an.
Unser Projekt „Sicherung und Bewahrung des Kulturerbes der Ordensgemeinschaften“ dauert von 2017 bis 2021. Projektmitarbeiterin ist Frau Mag. Karin Mayer, Kunsthistorikerin, Textilrestauratorin und Expertin für kirchliches Kulturgut. Die Beratung und die Mithilfe beim Ordnen und Inventarisieren sind für die Orden kostenfrei.

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