Melker Bibliothekar im "Zeit"-Porträt

Gottfried Glaßner im Bergl-Zimmer der Melker Stiftsbibliothek © Philipp Horak für DIE ZEIT

Die Hamburger Wochenzeitung „Die Zeit“ hat die österreichischen Klöster entdeckt. Sie berichtete über den Klosterlikör der Wiener Mechitaristen und widmete dem Melker Stiftsbibliothekar in der jüngsten Weihnachtsausgabe ein augenzwinkerndes Porträt.

Für den Autor, Florian Gasser, war der Gang durch die Untiefen der Melker Bibliothek offensichtlich ein besonderes Erlebnis. Und auch P. Gottfried dürfte ihn nicht unbeeindruckt gelassen haben. Er erzählt:

„Wenn Glaßner in einem der Prunkräume steht, durch die sich untertags Touristengruppen schieben, atmet er tief durch. Seit bald 40 Jahren leitet er die Bibliothek, trotzdem wirkt der großgewachsene Mönch wie ein neugieriges Kind, wenn er von der Geschichte der Sammlung erzählt, von den verschiedenen Bränden im Mittelalter, die die Bibliothek vernichteten, vom Dieb, der sich in den achtziger Jahren das Vertrauen der Patres erschlichen hatte und mit wertvollen Atlanten verschwand. Oder vom Schimmel, der die größte Bedrohung für die Bücher darstellt. Eine Lücke im Regal ist besonders bitter, links hinter dem Eingang, wo Bibelausgaben aneinandergereiht sind. Bis 1926 stand hier eine Gutenberg-Bibel, dann wurde sie aus Geldnot an die Universität Yale verkauft. „Aber die Amerikaner sollen auch was haben, die schätzen das wenigstens wirklich“, sagt Glaßner und zuckt mit den Schultern.“

Ob P. Gottfried hier richtig und vollständig zitiert wurde, wissen wir nicht. Aber wer mehr über die Verluste der Stifte in der Zwischenkriegszeit erfahren will, der sollte sich die Tagung Klösterliche Handschriften- und Buchverkäufe am 16./17. April 2018 vormerken.

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