Ordensjubiläen 2018

Hl. Erentrudis

Wenn eine Ordensgemeinschaft einen runden Geburtstag hat, dann ist das Anlass zum Feiern. Auf die längste Tradition können 2018 die Trinitarier zurückblicken: Der Orden der Allerheiligsten Dreifaltigkeit von der Befreiung der Gefangenen wurde von Johannes von Matha in Frankreich gegründet und vor 825 Jahren, am 17. Dezember 1198, von Papst Innozenz III. anerkannt. Die ersten Trinitarier („Weißspanier“) kamen nach der zweiten Belagerung Wiens durch die Osmanen 1687 nach Wien, wurden unter Kaiser Joseph II. aufgehoben und kehrten erst Anfang des 20. Jahrhunderts wieder zurück nach Österreich.

Vor 800 Jahren wurde das Prämonstranserstift Schlägl gegründet. Das Jubiläumsjahr im Stift beginnt am 30. September 2018, dem Todestag des Gründers Kalhoch von Falkenstein. Dann werden auch alle Restaurierungen abgeschlossen sein. Das Jubiläum reicht dann hinein bis 2019 mit der Landesgartenschau 2019 (ab 17. Mai in Aigen-Schlägl).

Vor 725 Jahren, im Jahr 1293, wurde im oberösterreichischen Engelhartszell an der Donau ein Zisterzienserkloster gegründet, das bis zum 18. Jahrhundert Bestand hatte.1925 fanden hier die aus der elsässischen Abtei Oelenberg vertriebenen Trappisten, ein zisterzienserischer Reformorden, ein neues Zuhause.

Vor runden 400 Jahren, im ersten Jahr des Dreißigjährigen Krieges, kamen im Zuge der sogenannten „Wiener Klosteroffensive“, in der sich zahlreiche gegenreformatorisch wirkende Gemeinschaften in der Haupt- und Residenzstadt ansiedelten, die ersten Kapuziner nach Wien. Im gleichen Jahr 1618 wurde die Österreichisch-Böhmische Provinz des Ordens gegründet.
Vor 375 Jahren, im Jahr 1643, wurde das erste Kloster der Karmelitinnen in Graz in der Neutorgasse errichtet, 1782 erfolgte unter Kaiser Joseph II. die Aufhebung, 1829 die Neugründung in der Grabenstraße.

Vor 350 Jahren erfolgte die päpstliche Approbation der Filles de la Charité. Diese Ordensgründung des hl Vinzenz von Paul und der hl. Luise von Marillac war der Stamm eines vielverzweigten Astes einer Ordensfamilie, deren Mitglieder in Österreich unter dem Namen „Barmherzige Schwestern“ bekannt sind.


Kirche der Grazer Schulschwestern

Päpstliche Anerkennung und Errichtung der ersten Niederlassung in Graz erfolgten vor 175 Jahren bei den Franziskanerinnen von der Unbefleckten Empfängnis. Die Grazer Schulschwestern, gegründet von Antonia Maria Lampel (1807-1851), haben also 2018 nicht nur das große Diözesanjubiläum - 800 Jahre Bistum Graz-Seckau - zu feiern. Den 175. Geburtstag feiern auch die Schwestern vom hl. Tarbes. Der Orden wurde durch einen Zusammenschluss von sechs Frauen als geistliche Gemeinschaft 1843 in Frankreich gegründet. Seit 1999 leben indische Schwestern im burgenländischen Frauenkirchen. 175 Jahre alt sind auch die Sionsschwestern. Ihre Gründung geht zurück auf Theodor Ratisbonne (1802-1884), der einer jüdischen Straßburger Familie entstammte, konvertierte und katholischer Priester wurde. Ein Schwerpunkt des Ordens ist die Mitarbeit in der christlich-jüdischen Verständigung.

Einen schönen runden Geburtstag, 150 Jahre, begehen die Töchter der göttlichen Liebe in Wien. Die von der gebürtigen Bayerin und Lehrerin Franziska Lechner (1833-1894) gegründete Schwesterngemeinschaft bestand anfänglich nur in einer kleinen Wiener Wohnung, die 1868 angemietet wurde. Heute ist der Orden international tätig. Die Eröffnung des Jubiläumsjahrs fand am Tag Mariä Opferung am 21.11. 2017 statt.

Vor 120 Jahren wurde das erste und einzige österreichische Kloster der Klarissen von der Ewigen Anbetung in Wien errichtet. Im gleichen Jahr 1898 kamen die ersten Oblatinnen des heiligen Franz von Sales nach Wien, wo etwa zur gleichen Zeit auch der männliche Zweig des Ordens seine erste österreichische Niederlassung errichtete.

Vor 50 Jahren, 1968, erfolgte die päpstliche Anerkennung der Kleinen Brüder Jesu, diese sind eine Ordensgemeinschaft innerhalb der Gemeinschaften rund um Charles de Foucauld. Ihr 50jähriges Bestehen feiern außerdem die Provinz Mitteleuropa der Gemeinschaft der Helferinnen der Seelen im Fegefeuer, die erste österreichische Niederlassung der Missionarinnen Christi in Linz sowie die Union der Dominikanerinnen.

Einen besonderen runden Gedenktag haben folgende Stifte: Die Schottenabtei erinnert sich an den Auszug der iroschottischen Mönche, denen sie ihren Namen verdanken, vor 600 Jahren und die Ersetzung durch einen „österreichischen“ Konvent. Im Stift Göttweig gedenkt man des großen Brands vor 300 Jahren.

Etliche Todestage von Kloster- und Ordensgründern jähren sich 2018 in runder Zahl: Vor 1300 Jahren starb die Gründungsäbtissin des Benediktinensstiftes Nonnberg, die hl. Erentrudis. Vor 150 Jahren gingen heim zum Herrn Leopold Klose, Gründer der Barmherzigen Schwestern vom III. Orden des hl. Franziskus, hl. Pierre Julien Eymand, Gründer der Eucharistiner und Euphrasia Pelletier, Gründerin der Schwestern vom guten Hirten. Einen 100jährigen Todestag begehen auch die Salvatorianer mit ihrem Gründer P. Johann Baptist Jordan und die Dienerinnen Christi mit ihrem Gründer Josef Stadler, Erzbischof von Sarajevo, dessen 175. Geburtstag gleichzeitig zu feiern ist. 175 Jahre liegt auch der Geburtstag des Gründers der Herz-Jesu-Priester (Dehonianer), Leo Johannes Dehon, zurück. Den 250. Geburtstag ihres Ordensgründers Pierre Coudrin feiern 2018 die Arnsteiner Patres.

 

 

 

 

 

 

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