Salesiannerinnen beenden Jubiläumsjahr

Mit einem spirituellen Nachmittag, einer feierlichen Vesper und einem Festgottesdienst beschlossen die Salesianerinnen am 18./19. November 2017 das Jubiläumsjahr 300 Jahre Wiener Heimsuchungskloster. Anlässlich des Jubiläums ist heuer ein Buch über die Salesianerinnen, ihre Geschichte und ihr kulturelles Erbe erschienen. Eine der Autorinnen, Frau Eva Voglhauber, eine Mitarbeiterin in den Diözesankonservatoraten in St. Pölten und in Linz, hat in Vorbereitung ihres Aufsatzes über den Parmentenschatz Klostererfahrungen gesammelt und sich entschlossen, den Schwestern ihre Expertise und Arbeitskraft bei der Ordnung, Erschließung und Lagerung der wertvollen liturgischen Gewänder zur Verfügung zu stellen. Sie berichtet uns:

„Bei den Salesianerinnen in Wien sein zu dürfen ist etwas ganz Besonderes. Anlässlich des Jubiläumsjahres durfte ich einen Beitrag zu den Paramenten für das Jubiläumsbuch verfassen. Um dies tun zu können musste ich den Bestand durchsehen, dieser ist sehr umfassend. Das Besondere, die Verarbeitung der adeligen Frauenkleider zu liturgischen Textilien und die Stickkunst der Damen und Schwestern, haben mich gefangen genommen. Aber um die Bedeutung zu verstehen ist es auch notwendig, sich mit der Spiritualität des Hauses zu beschäftigen. Da ich in Zeitnot war, musste ich die Tage ausfüllen und so wurde mir von der Oberin, Schwester M. Gratia angeboten zu bleiben, für „Kloster auf Zeit“. Das hat mir einen tiefen Einblick in das Glaubensleben des Klausurordens gegeben, für mich einerseits sehr fruchtbar und bereichernd, aber auch das Kennenlernen der Schwestern mit der freundlichen Aufnahme und der Herzlichkeit des Umganges war und ist auch immer wieder ein besonderes Erlebnis. Ich bin sozusagen „auf den Geschmack“ gekommen, Tage in diesen heiligen Hallen zu verbringen und die tiefe, ehrfurchtsvolle und lebendige Spiritualität erleben zu dürfen und habe das bereits mehrfach wiederholt. Das Schweigen und die Stille, das Wandeln in hundertjährig durchbeteten Räumen bringt jemanden wie mich zum Durchatmen und näher Kennenlernen des eigenen Selbst. Es ist ein Zurückkehren zu sich selbst mit dem Ausblick auf eine hoffnungsvolle Zukunft neben aller Schwierigkeiten im Leben, die da sind.
Eine ganz neue Wertschätzung und Verwendung der historischen Textilien im Kloster ist nun auch wieder möglich geworden, und so werden die Gottesdienste und Feierlichkeiten in der Kirche von diesem einzigartigen Textilschmuck begleitet und bereichert.
Früher dachte ich oft, die armen Schwestern sind hinter dicken Gittern eingesperrt. Durch das Erleben hinter diesen Gittern habe ich gelernt, dass es kein Einsperren ist, sondern ein Behüten des geistlichen Lebens, das seinen Raum und seine Stille braucht um sich wirklich entfalten zu können.
Das Salesianerinnenkloster in Wien ist einzigartig durch seine Geschichte und seine Architektur, das Wichtigste ist aber immer die Gemeinschaft, die damit lebt. Beides muss zusammengehören und eine harmonische Grundstimmung ergeben, um die Liebe Gottes erfahren zu können. In dieser Gemeinschaft lässt sich diese Liebe erfahren und erleben, wenn man sich darauf einlassen kann.“ (Eva Voglhuber)

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