Urheberrecht in der kirchlichen Praxis

Urheberrecht in der kirchlichen Praxis

Das Urheberrecht schützt Werke als „eigentümliche geistige Schöpfungen auf den Gebieten der Literatur, der Tonkunst, der bildenden Künste und der Filmkunst“. Dieser gesetzliche Schutz erlischt 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers.
Das Urheberrecht hat zur Folge, dass man zum Beispiel mit Digitalfotos, die man vom Internet herunterlädt, nicht nach Belieben verfahren darf, also sie etwa für die eigene Website oder eine Ordenszeitschrift verwenden. Selbst bei Fotos, die man selbst macht, gibt es Beschränkungen, denn jede Person hat das Recht auf Schutz seiner Persönlichkeit und ein Foto von ihm oder ihr darf ebenfalls nicht so ohne weiters veröffentlicht werden.
Mit der leichten Verfügbarkeit von Digitalfotos ist die Frage des Urheberrechts besonders relevant geworden und mitunter besteht große Unsicherheit, welche Rechte und Beschränkungen gesetzlich bestehen.
Das Medienreferat der Österreichischen Bischofskonferenz hat vor kurzem einen Leitfaden „Urheberrecht in der kirchlichen Praxis“ herausgegeben, den man im Internet lesen und herunterladen kann, und zwar auf der Website http://medien.katholisch.at.
Der Leitfaden beantwortet eine Fülle von Fragen, etwa: Was ist bei der Vorführung von Filmen im Religionsunterricht zu beachten? Dürfen personenbezogene Daten wie Geburtstage in einem Schaukasten veröffentlicht werden? Wie sind Forderungen von Anwälten einzuschätzen, die eine Schadensumme nach unbefugter Verwendung eines urheberrechtlich geschützten Fotos verlangen? Ist die Verwendung von Bildern auf Facebook oder Twitter eine öffentliche Zugänglichmachung im urheberrechtlichen Sinn, die der Zustimmung des Urhebers bedarf?
Fast jede/r von uns ist immer wieder mit Fragen des Urheberrechts befasst. Der neue Leitfaden bietet eine gute Möglichkeit, sich mit der Materie vertraut zu machen. Er ist von Juristen verfasst, aber klar verständlich und setzt bei der täglichen Praxis von Pfarrangestellten und Religionslehrern an, Arbeitsbereiche, die sehr leicht in verschiedene Aufgaben in Ordensgemeinschaften übertragbar sind. Nachlesen lohnt sich also!
(Dank an Gerald Hirtner von St. Peter für den Hinweis auf diesen Leitfaden).

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